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 NEUER TV-FILM IN FRANKREICH |
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Ötzi, Pharao, Simon und Gastein
Der französische TV-Sender M6 aus Paris drehte dieser Tage im Gasteiner Tal (Pongau) und in Tirol eine Dokumentation über die Gletschermumie Ötzi und ihren 2004 in den Bergen umgekommenen Finder Helmut Simon aus Nürnberg.
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 Von Gerald Lehner, salzburg.ORF.at |
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Weltweites Interesse an Gastein
Im Oktober 2004 brach der große Ansturm internationaler Medien über die Salzburger Marktgemeinde Bad Hofgastein herein.
Selbst aus Indien, Nepal, Neuseeland und Kanada kontaktierten Journalisten befreundete oder persönliche bekannte Berufskollegen in Salzburg und Österreich. Zahlreiche Fernseh- und Radiostationen Europas und Korrespondenten von Zeitungen und Zeitschriften aus vielen Teilen der Welt berichteten aus Gastein.
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Übersee und Europa
Es war stufenweise durchgesickert, dass der 67-jährige Helmut Simon aus Nürnberg im Gebiet des Gamskarkogels nach einem Wettersturz vermisst wurde. Seine Chancen schwanden unter den Augen der Weltöffentlichkeit von Tag zu Tag.
Es handelte sich um jenen Simon, der 13 Jahre zuvor (1991) auf dem Hauslabjoch zwischen dem Tiroler Ötztal und dem Vintschgau in Südtirol (Italien) die 5.400 Jahre alte Gletschermumie eines frühbronzezeitlichen Jägers gefunden hatte - den späteren "Ötzi". |
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 Suchhund. |
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Auch der bis zum Verschwinden von Helmut Simon nur regional bekannte 2.465 Meter hohe Gamskarkogel und sein etwas niedrigerer Nachbar Geißkarkopf gingen mit dieser großen Suchaktion in die Medien- und Alpingeschichte ein.
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 Links von der Felksrippe auf dem Geißkarkopf in Gastein lag der Tote. Rechter Gipfel: Laderdinger Gamskarspitze. Ganz links hinten: Hochkönig-Massiv. Bild: Anton Lafenthaler.
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 Große Suchaktion nach Wettersturz mit viel Schnee. |
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Bei Nässe gefährlicher Grasberg
Sechs Tage nach seinem Verschwinden wurde die Leiche von Helmut Simon gefunden - im weglosen und felsdurchsetzten Steilgelände des Geißkarkopfes. Er war vom Weg über eine Rippe abgerutscht und laut Experten sofort tot.
Der große Grasberg gilt bei Nässe als gefährlich und wird von Einheimischen bei Wandertipps für Gäste nicht empfohlen.
Bis zu 150 Mann von Bergrettung, Gendarmerie, Freiwilliger Feuerwehr und Bundesheer sowie Hubschrauberpiloten des Innenministeriums hatten den Deutschen in diesen Bergen gesucht, die den Nordosten Gasteins begrenzen.
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Eine der größten Suchaktionen
Lange war vermutet worden, er könnte auf dem benachbarten Gamsgarkogel verschollen sein. Helmut Simon hatte sein Ziel beim Aufbruch nicht genannt.
Insgesamt wurden bei der Suchaktion an die 4.500 Mann- bzw. Fraustunden von ehrenamtlichen und professionellen Einsatzkräften geleistet. |
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 Chambelland. |
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Dreharbeiten: Tirol, Südtirol, Gastein
Nun produziert der französische Fernsehsender M 6 eine 40 Minuten lange Dokumentation über Ötzi und den Tod seines Finders Helmut Simon.
Redakteurin Amandine Chambelland findet, dass Simon ein besonderer Mann gewesen sei - auch wegen seiner religiösen Ansichten. Bevor das Pariser TV-Team nach Gastein kam, wurde in Innsbruck an Universität und Gerichtsmedizin sowie im Tiroler Ötztal bei Vent und in Bozen (Südtirol) gedreht.
Nahe Vent hatte das Ehepaar Simon die Gletschermumie auf italienischer Seite des Hauptkammes 1991 gefunden hatte. Allein dieser Ablauf sei sehr mysteriös gewesen, sagt die Journalistin:
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"Ganz ähnliche Tragödie"
"Und dann noch der Tod von Helmut Simon 13 Jahre später – eine ganz ähnliche Tragödie wie mehr als 5.000 Jahre zuvor." |
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 Bergrettungsteam Bad Hofgastein.
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 Bergretter Krainz, Ortsstellenleiter. |
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Zwei bis drei Millionen Zuschauer
Zwischen zwei und drei Millionen Menschen werden den Film am 7. Mai im Hauptabendprogramm von M 6 sehen – ein Sonntag, dem in Frankreich ein arbeitsfreier Montag folgt.
In Hofgastein haben die Bergrettungsleute Gerald Krainz und Hannes Reitsamer das Fernsehteam betreut.
Mit dem Allradfahrzeug wurde - trotz extremer Schneelage - fast auch bis zur Rastötzen-Alm hinaufgefahren, um den Geißkarkopf besser filmen zu können. Krainz wundert sich nach vielen früheren Medienkontakten nicht mehr:
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"Vielen ist es nicht bewusst"
"Es ist unglaublich, welches Interesse an dem Thema international noch immer besteht.
Ich glaube, viele Salzburger bzw. Gasteiner sind sich dessen gar nicht bewusst." |
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 Geißkarkopf von Südwesten: Im zentralen Kar mit grasigem Steilgelände lag Simon. Bild: Anton Lafenthaler.
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Polizeiflieger
 Captain Andreas Beinhofer (links) und Flugretter Peter Knauseder von der Flugeinsatzstelle Salzburg des Innenministeriums - bei Dreharbeiten für M6 in einem Bell Augusta Jet Ranger Vielzweck-Helikopter. Beinhofer holte 2004 die Leiche von Helmut Simon ins Tal.
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"Tolles Material vom ORF bekommen"
Die Franzosen haben sich über internationalen Programm-Austausch auch beim ORF viel Archiv-Material besorgt.
Einerseits über die sechs Tage Suchaktion in Gastein, und über Ötzi selbst, sagt Projektleiterin Chambelland:
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"Basis für unsere Doku"
"Der ORF hat dazu tolles Material gedreht - und zwar von der Suchaktion und den Bemühungen der Einsatzkräfte um Helmut Simon.
Aber auch wissenschaftliche Dokumentationen über Ötzi und neueste Erkenntnisse. Ich bin sehr froh über dieses Material. Es bildet eine wichtige Basis für unsere Produktion." |
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 Kameramann Marc Sainsauve und Amandine Chambelland auf dem Salzburg Airport bei der Arbeit.
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 Totenmaske des Tutenchamun. |
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Ötzi und Pharao im Vergleich
Der französische Film wird als Legende oder eine Art Märchen erzählt - obwohl die historischen und alpinistischen Tatsachen stimmen.
Und dann setzt Amandine Chambelland noch eins drauf. Wohl kaum ein Filmer könnte bei dem Thema auf esoterische Klischees verzichten. Der vielzitierte "Fluch der Mumie" wird in der französischen Produktion aber nicht direkt strapaziert sondern mehr der historische Vergleich.
Es werden Ötzi und der ägyptischen Pharao Tutenchamun thematisiert. Beide, deren Mumien erhalten blieben, sollen ja - laut französischem Fernsehen - "ungefähr zur gleichen Zeit" gelebt haben :-))
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Glückstag zum Drehen
Das Team aus Paris erwischte in Gastein nach tagelangen Schneefällen und teils auch Sturm dann doch noch einen wolkenlosen Wintertag.
Perfekte Bedingungen, um das Tal und die Berge zu zeigen. Redakteurin Chambelland stammt aus Paris, ist dort aufgewachsen. Sie geht in den französischen Alpen öfter Bergsteigen, doch lieber klettert sie – und zwar am Mittelmeer bei Marseille.
Aus diesen Erfahrungen interessiert sie der bizarre Bergtod von Helmut Simon auch persönlich. |
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"Typischer" Bergunfall laut Statistik
Aus der Sicht der Bergrettung handelte es sich bei dessen Tod um einen typischen Unfall, wie er bei fast 50 Prozent aller Totbergungen in Österreich vorkommt.
Bei Wanderern und Alleingängern ohne Handy, die Ziel und Routen im Tal nicht genau angeben, ist - statistisch gesehen - das Risiko größer als beim Skitourengehen oder extremen Felsklettern.
Suchaktionen über ganze Täler oder Regionen zählen zu den zermürbendsten Aufgaben für Einsatzkräfte. Sie sind weit härter als Lawinen-Einsätze, weil bei diesen das Suchgebiet ziemlich begrenzt ist - auch wenn meterhohe Schneemassen sondiert werden müssen.
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Blick ins Archiv von ORF.at; Oktober 2004
"Ötzi"-Entdecker Helmut Simon ist tot: Der seit acht Tagen in den Bergen bei Bad Hofgastein verschollene Deutsche konnte nur noch tot geborgen werden. Der Jäger Bartl Kranabetter entdeckte die Leiche des 67-Jährigen in einem Bach nordwestlich des Gamskarkogels, teilte Andrea Hinterseer mit, Sprecherin der Salzburger Bergrettung.
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"Gastein im Bild"
Bilder und Wandertipps für die Region:
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