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Hauben mit Fellbommel (Bild: Stefanie Oberhauser)
Von der Hobbystrickerin zum Maschenprofi
Das Hobby zum Beruf machen - diesen Schritt wagen in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht viele. Eine, die sich getraut hat, ist die 27-jährige Stefanie Oberhauser. Sie hat sich vor einem Jahr selbstständig gemacht und verdient jetzt ihr Geld mit Stricken.
Stefanie Oberhauser mit selbstgestrickter Haube und Stulpen (Bild: Stefanie Oberhauser)
Nachfrage war plötzlich groß
Angefangen hat alles vor vier Jahren, als sich Stefanie eine Haube stricken wollte. Mit Hilfe einer Freundin, der Oma und dem nötigen Willen hat die ausgebildete Grafikerin aus Kaprun das Stricken schnell gelernt.

Den Freunden und der Familie haben die Wollunikate so gut gefallen, dass die Pinzgauerin bald nicht mehr nur für den Eigenbedarf gestrickt hat.

"Irgendwann war dann die Nachfrage. Immer mehr Leute haben mich darauf angesprochen, ob ich die Sachen nicht verkaufen will, denn sie hätten auch gern so eine Haube", erzählt die 27-Jährige.
Hauben mit Fellbommel (Bild: Stefanie Oberhauser)
"Letztes Jahr habe ich dann mein Label 'Handmade Strick Fashion' gegründet." Eigenes Label und eigene Kollektion
2008 hat Stefanie schließlich den Schritt gewagt und sich selbstständig gemacht. "Letztes Jahr habe ich dann mein Label 'Handmade Strick Fashion' gegründet und dann ist das alles ins Laufen gekommen. Am Anfang von der Saison habe ich jetzt meine eigene, kleine Kollektion und danach kommen sehr viele Leute, die sich ihr eigenes Accessoire zusammenstellen."

Stefanie hat sich auf Winter-Accessoires spezialisiert. Auf Bestellung strickt sie Hauben, Schals, Stulpen oder auch Babybekleidung. Farbe, Modell, Muster und mögliche Verziehrungen, wie Fellbommel oder Glitzersteine kann sich jeder Kunde individuell aussuchen.
200 Wollknäuel in einem Jahr verstrickt
Für eine ihrer Hauben braucht Stefanie heute nicht mehr länger als sechs Stunden. Trotzdem müssen Kunden mit einer Wartezeit von etwa drei Wochen rechnen, denn die Nachfrage ist in den letzten Monaten stark gestiegen.

Geschätzte 200 Wollknäuel hat die 27-jährige Kaprunerin im letzten Jahr verbraucht. Gestrickt wird jeden Abend, am liebsten auf der Couch neben Freund Jürgen.
Kind mit Haube und Schal (Bild: Stefanie Oberhauser)
Babyhaube und Babyschuhe (Bild: Stefanie Oberhauser)
Kein Geklapper vor dem Fernseher
Damit der ruhige Fernsehabend aber nicht vom Geklapper der Stricknadeln gestört wird, verwendet Stefanie nur Holznadeln.

"Das ist einfach viel angenehmer in der Hand, es ist viel wärmer und es klappert nicht so. Da kann man dann nebenbei auch noch reden - das ist auch sehr toll. Es ist ein Hobby, das man eigentlich überall machen kann. Egal ob im Cafe oder in der großen Runde mit Freunden, es stört niemanden. Man kann trotzdem den Leuten in die Augen schauen und mit ihnen reden und mit Holznadeln ist es einfach nicht so laut", sagt die Pinzgauerin.
"Warum nicht Potenziale nutzen?"
Aber auch wenn die Auftragslage zurzeit sehr gut ist, nur vom Verkauf ihrer Strickereien könnte die Alleinerzieherin nicht leben.

"Also es ist ein zweites Standbein für mich, aber reich wird man damit nicht. Denn man kann das Handwerk in Stunden gar nicht aufrechnen. Abes es ist ein zweites Standbein und ich denke mir, warum sollte man nicht seine Potenziale nutzen und es freut mich natürlich, dass die Nachfrage so groß ist", meint Stefanie.
Carina Buchner, salzburg.ORF.at