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 Internet & Jugend |
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Vertrauen als Waffe gegen Sex-Flut
Neben vielen positiven Dingen gibt es im Internet auch Gefahren für Kinder. Das sind nicht nur Verbrechen wie sexueller Missbrauch. Auch die legale und allgegenwärtige Pornografie ist einer guten Pädagogik nicht förderlich. Was tun?
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 Von Gerald Lehner, salzburg.ORF.at
Über Computer ist legale Pornografie frei und schnell verfügbar; an sich kein Grund zur Panik, würde sich das Treiben auf die Erwachsenenwelt beschränken. Doch das wäre ein frommer Wunsch. Sexuelle Sozialisation läuft heute massiv über das Internet, wenn Eltern und Erzieher in Fragen der Aufklärung versagen. |
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Zwischen Prüderie und totaler Vermarktung
Wo verlaufen die Grenzbereiche zwischen übertriebener Prüderie, gesundem Zugang zu Lust und/oder Fortpflanzung und dem totalen Ausverkauf der menschlichen Sexualität in der Warenwelt des Globalen.
Durch die dauernde Verfügbarkeit verschiedenster pornografischer Web-Angebote - zum Teil auch zum Nulltarif - entstehen neue Spannungsfelder für Kinder, Jugendliche, Eltern, Alleinerzieher und Pädagogen.
Daneben existiert im Internet jener Bereich, der von fast allen Regierungen auf dem Planeten und ihren Ermittlungsbehörden erbittert bekämpft wird - offenbar vergeblich.
Er reicht von reinen Geschäftemachern, psychisch gestörten Betrachtern und bizarren Bildersammlern bis hin zu Triebtätern, unter denen es auch potenzielle und tatsächliche Mörder von missbrauchten Kindern gibt:
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Jugend nicht allein lassen
"In virtuellen Chaträumen bewegen sich sehr wohl Leute, die pädophile sexuelle Intentionen haben", berichtet der Salzburger Sozialarbeiter Hendrik Fellinger:
"Wir lassen Kinder in unseren Jugendzentren nicht ohne Aufsicht surfen oder chatten. Wir beobachten relativ oft, dass Leute in Chaträumen - wo viele Kinder sind - versuchen, sexuelle Kontakte zu knüpfen. Mädchen sind davon öfter betroffen, weil sie mehr chatten. Die Buben verbringen die Zeit im Web eher mit Online-Spielen." |
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Um sich im Internet gegen Anfragen von Kinderschändern zu wehren, reiche eigentlich eine gute Sexualerziehung, sagen die Fachleute. Dazu gehört auch eine Vertrauensbasis zwischen Lehrern, Eltern und Kindern. |
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Vertrauen auf Sexualerziehung
Der Sozialarbeiter und Pädagoge Thomas Schuster leitet den Verein Spektrum in Salzburg, der sich um sozial stark benachteiligte Kinder kümmert. Dort gibt es klare Ziele:
"Eines der wichtigsten Anliegen der Zukunft ist die Vermittlung von Medienkompetenz. Wir leben in einer Medienwelt, und Schulen versagen noch immer in vielen Fällen auf diesem Gebiet."
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"Diese vielen Reize im Web bei einer normalen kindlichen Entwicklungen draußen zu halten, das wird immer schwieriger. Deshalb wird gute Medien- und Sexualpädagogik immer wichtiger." |
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Tabuisierung nicht hilfreich
Auf der anderen Seite gibt es im Internet legale Pornografie, die Schuster zwiespältig beurteilt:
"Es ist sehr sehr schwierig, wenn die Kleinen schon alles sehen. Es gibt aber eine Art Selbstkontrolle - wenn das Umfeld passt. Dann sehen sich Kinder und Jugendliche solche Seiten von sich aus nicht an, weil sie auf an sich konservative Werte wie Treue oder `erste Liebe`vertrauen.
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Pädagoge Seibt rät: "Ich bin ein Gegner von Filter- und Sperr-Software. Wenn die auf dem Computer zu Hause installiert wird, dann holt sich der Nachwuchs das Zeug bei Freunden vom Netz. Gleichzeitig zerstört eine Sperre die Vertrauensbasis." |
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Keine erhobenen Zeigefinger
Erhobene Zeigefinger durch Erwachsene und Lehrer seien der falsche Weg, sagt der Medienpädagoge Martin Seibt von der Aktion Film in Salzburg:
"Es hat früher das Verbieten auch nichts geholfen. Wenn einem das Pornoheft verboten wurde, dann hat man es sich halt bei einem Freund oder dessen älterem Bruder angesehen."
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Seiten altersgerecht besprechen
Besonders für jene Altersgruppen, wo sexuelle Aufklärung ohnehin sehr wichtig wird - ob mit Internet oder ohne Internet - ist eine Vertrauensbasis zu Erwachsenen besonders wichtig. Gut vorbereitete Eltern könnten sogar in die Offensive gehen, sagt der Experte:
"Es ist ein kurioser Gedanke, aber vielleicht ist er eine Hilfe: Väter oder Mütter sollten sich mit Töchtern und Söhnen im entsprechenden Alter gemeinsam legale Pornoseiten ansehen und die Problematik offen besprechen. Illegale Seiten sollte man nicht besuchen; aber auf alle Fälle auch darüber sprechen. Denn Vertrauen zwischen Jung und Alt bringt wirklich etwas zum Schutz der Jugend." |
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"Legale Pornografie generell zu verdammen ist kein richtiger Weg, denn die Jugend kommt daran im Web-Alltag kaum noch vorbei." |
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Lernfähigkeit der Eltern
Gerade für junge Leute in der Sexualentwicklung sei das ein sehr spannendes Thema, über das man positiv ins Gespräch kommen könne, rät der Medienpädagoge: "Allerdings müssen da auch die Erwachsenen entscheidende Schritte im eigenen Denken getan haben. Sie dürfen das Thema nicht mehr verschämt verdrängen."
Martin Seibt bietet über das Netzwerk der "Aktion Film Salzburg" für Pädagogen und Institutionen auch Workshops zu dem für viele noch immer schwierigen Thema an.
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Teil 2 unserer Serie: Jugend & Internet
Manche Websites und TV-Sendungen sind auf Kinder und Jugendliche spezialisiert, um ihnen Geld aus der Tasche zu ziehen. Unseriöse Geschäfte spielen eine große Rolle im Internet. Klingeltöne für Handys entwickeln sich zur Landplage und Schuldenfalle.
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"Die Welt"
Pornoseiten im Internet müssen wirksam gegen den Zugriff durch Minderjährige gesperrt werden. Das hat der deutsche Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschieden.
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