Wengerau in Werfenweng

In der Serie „119 Plätze, 119 Schätze“ besucht Mariella Treml diese Woche die Wengerau. Diesen Platz hat die Gemeinde Werfenweng (Pongau) als ihren schönsten Platz nominiert.

Der Talschluss steht im streng geschützten Naturschutz und gilt als Naturjuwel und Kraftplatz. Die Wengerau ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr, sondern beliebter Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen hinauf ins Tennengebirge.

Die Wengerau ist ein Talschluss in einer malerischen Landschaft. Zwei Kilometer lang führen die Almwiesen zurück, dann ragt das Tennengebirge mächtig empor. Die Wengerau ist Weideraum für Kühe und Ziegen und Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen, wie beispielsweise der Arnika und dem Enzian.

Wengerau in Werfenweng
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Talschluss in einer malerischen Landschaft: Die Wengerau

Sendunghinweis

„Salzburg heute“, 1.6.2017

Im Jahr 1091 wurde die Gemeinde Werfenweng zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Damals noch unter dem altdeutschen Namen Wenga, wie Wald, später dann als Gwenga, wie der Weidegrund. Heute liegen in der Wengerau nur einzelne Bauernhöfe, das aber macht das Naturschutzgebiet auch aus.

Beliebter Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen

Der zwei Kilometer lange Talschluss ist längst kein Geheimtipp mehr. Die Wengerau ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen hinauf ins Tennengebirge, wie zum Beispiel zur Hackel Hütte, zur Werfener Hütte oder zur Elmau Alm.

Sage rund um die zwei streitenden Brüder

Die Wengerau ist umgeben von schroffen Felswänden des Kalkgebirges. Am Ende des Talschlusses wacht der 2.321 Meter hohe Eiskogel. Er ist einer der bekanntesten Gipfel des Tennengebirges. Am Fuße des Gipfelaufbaus liegt die Eiskogelhöhle. Bei Einheimischen ist der Eiskogel auch als die zwei streitenden Brüder bekannt.

Wengerau in Werfenweg
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Die Wengerau ist auch Weidegebiet

Denn einer Sage zu Folge sollen zwei Brüder versteinert worden sein. Demnach soll ein Bauer aus Werfenweng seine beiden Söhne mit den Schafen auf eine Almweide geschickt haben. Jedes Mal, wenn ein Lamm zur Welt kam, konnten sich die beiden Brüder aber nicht einigen, wem das Schaf gehören sollte. Der Herrscher ermahnte die zwei Söhne.

Nachdem die Beiden aber nicht aufhörten zu streiten, eilte der König hinunter in die Wengerau, schnappte die beiden Schafhirten und setzte sie auf den höchsten Gipfel im Tennengebirge. Auch dort zeigten sich die Buben nicht einsichtig und drehten sich demonstrativ voneinander ab. Den König verließ die Geduld und er verwandelte die streitenden Brüder zu Stein. So sind die “zwei streitenden Brüder“ auch heute noch von der Wengerau aus zu sehen.

Protestanten-Lehrstuhl in der Wengerau

Zwischen den saftigen Almwiesen der Wengerau macht ein bewaldeter Gesteinsbrocken auf sich aufmerksam. Dieser soll schon im 18. Jahrhundert Treffpunkt für Bauern gewesen sein. „Das ist der cathedra satane et pestilencie“, der Lehrstuhl der teuflischen Lehre.

Wengerau in Werfenweg
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Und auch farbenprächtige Blumen sind dort heimisch

In den Vollmondnächten haben sich die Pongauer Bauern hier getroffen, um von Predigern aus Deutschland die lutherische Lehre näher gebracht zu bekommen“, erzählte Wolfgang Popp, ehemaliger Direktor der Volksschule Werfenweng. Für das bäuerliche Volk soll das Protestantentum derart faszinierend gewesen sein, dass sich die Luther-Lehre im Pongau stark ausbreitete.

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Wengerau in Werfenweng

In der Serie „119 Plätze, 119 Schätze“ besucht Mariella Treml diese Woche die Wengerau. Diesen Platz hat die Gemeinde Werfenweng (Pongau) als ihren schönsten Platz nominiert.

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