Q wie Quervain-Krankheit

Die Quervain-Krankheit ist eine schmerzhafte Sehnenscheidenentzündung der Strecksehnen des Daumens, die mit verschiedenen Methoden – auch chirurgischer Art – behandelt werden kann.

Sendungshinweis

„Salzburg heute“, 16.9.2016

Im Jahr 1895, in dem auch die Röntgenstrahlen entdeckt wurden, beschrieb ein Schweizer Chirurg namens Fritz de Quervain eine schmerzhafte Sehnenscheidenentzündung am Daumen, die heute vornehmlich als Tendovaginitis de Quervain bekannt ist.

Sehnenscheidenentzündung/Quervain-Krankheit
Bad Vigaun

Es handelt sich dabei um eine Verengung jenes Kanals im Bereich des Handgelenks, durch den zwei Sehnen zum Daumen hin verlaufen. Die beiden Sehnen gleiten an und für sich problemlos durch diesen Kanal, eine bestimmte Sehnenflüssigkeit dient dabei als Gleitmittel.

Wenn jedoch dieser Kanal bzw. dieses Sehnenfach verengt ist, dann reiben die Sehnen an den Kanalwänden, was starke Schmerzen zur Folge haben kann. Frauen sind von diesem Leiden rund achtmal häufiger betroffen als Männer, dadurch wird diese Sehnenscheidenentzündung auch Hausfrauendaumen genannt.

Dr. Hildebert Hutt
Bad Vigaun
Dr. Hildebert Hutt

Die Symptome

Die Patientinnen berichten von Schmerzen am Handgelenk unterhalb des Daumens. „Vor allem wenn man fester zugreift, dann tut es weh“, sagt Hildebert Hutt, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie sowie ärztlicher Leiter der Reha am Medizinischen Zentrum Bad Vigaun. Der schmerzende Bereich ist häufig auch angeschwollen. In manchen Fällen ist die Reibung der Sehnen im Kanal für die Betroffenen auch wahrnehmbar.

Ursachen und Diagnose

In vielen Fällen berichten die Patienten, dass den Schmerzen eine ungewohnte Belastung vorangegangen ist – etwa Gartenarbeit, Tragen von Lasten, langes Radfahren, Golf spielen etc. In vielen Fällen sind jedoch die Ursachen der Erkrankung unbekannt.

Zeichnung Quervain-Krankheit
Bad Vigaun
Quervain-Krankheit - Sehnenscheidenentzündung

Weil auch bestimmte Arten von Rheuma zu dieser Sehnenscheidenentzündung führen können, ist eine exakte Abklärung und Diagnose besonders wichtig. Liegen eine Schwellung sowie ein Druckschmerz im Bereich der Tabatiere (das ist das Grübchen unterhalb des Daumens) vor, kann die Quervain-Krankheit relativ leicht diagnostiziert werden.

Auch ein spezieller Test, der so genannte Finkelstein-Test, gibt rasch darüber Auskunft, ob eine Tendovaginitis vorliegt. Dabei wird der betroffene Daumen von der Faust umschlossen und diese durch eine schnelle Bewegung zur Spitze des Daumens hin gebeugt. Führt diese Bewegung zu starken Schmerzen, ist dies ein Indiz für die Quervain-Krankheit. In manchen Fällen können bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall Aufschluss geben.

Therapie

Die Behandlung dieser Sehnenscheidenentzündung beginnt man mit konservativen Methoden, also durch Vermeidung der schmerzauslösenden Bewegungen und Belastungen, durch Verwendung einer Gipsschiene am Handgelenk, dem Auftragen von bestimmten Salben usw.

Diese Therapie ist vor allem im Frühstadium der Erkrankung erfolgreich. Kommt es dadurch allerdings zu keiner Besserung, können bestimmte Injektionen mit Kortison in den schmerzenden Bereich verabreicht werden (Kortison ist ein wirkungsvoller Entzündungshemmer). „Wenn auch diese Maßnahme ohne nachhaltigen Erfolg bleibt, kann man eine Operation in Erwägung ziehen“, so Experte Hutt.

Durch diesen Eingriff, der in vielen Fällen auch ambulant durchgeführt werden kann, wird für die Sehnen am Daumen wieder der entsprechende Platz im Sehnenfach geschaffen. Nach wenigen Wochen der Schonung sollte die Hand bzw. das Handgelenk wieder normal belastbar sein.

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Q wie Quervain-Krankheit

Die Quervain-Krankheit ist eine schmerzhafte Sehnenscheidenentzündung der Strecksehnen des Daumens.

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