I wie Infiltration

Bei vielen Rückenproblemen – vor allem, wenn sie von der Wirbelsäule ausgehen – kann man Linderung erzielen, wenn man in den schmerzenden Bereich zielgenau ein Medikament verabreicht, das die Schmerzen nimmt und die Entzündung hemmt.

Sendungshinweis

„Salzburg heute“, 15.4.2016

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Österreich. Experten zufolge leiden rund 70 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal im Leben unter diesen Schmerzen. Besonders häufig treten die Schmerzen im unteren Bereich des Rückens – im Kreuz auf.

Unterschiedliche Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig und in vielen Fällen keinem bestimmten akuten Ereignis wie einem Unfall zuordenbar. Vielmehr sind es jahrelange Fehlhaltungen, einseitige Belastungen wie ständiges langes Sitzen, gepaart mit wenig Bewegung und andere für den Rücken ungünstige Lebensgewohnheiten.

Manchmal stecken aber auch Akutereignisse dahinter, wie etwa ein Bandscheibenvorfall, der langwierige Schmerzen verursachen kann. Schmerzen, die bis zu den Füßen ausstrahlen können, weil im Bereich der Wirbelsäule ein Nerv unter Druck gerät.

Röntgenbild
Bad Vigaun

Wie eine Infiltration funktioniert

In solchen Fällen kann man mit einer Infiltration Linderung erzielen, sagt der Facharzt für Neurochirurgie Helmut Hiertz vom Medizinischen Zentrum in Bad Vigaun. „Dabei wird in das schmerzende Areal ein Medikament injiziert, das die Schmerzen nimmt und auch die Entzündung hemmt“, so der Experte.

Dr. Helmut Hiertz
Wolfgang Bauer
Dr. Helmut Hiertz vom Medizinischen Zentrum Bad Vigaun

Also zum Beispiel ein Schmerzmittel oder Kortison. Eine Infiltration erfolgt unter Kontrolle durch Röntgen, Ultraschall oder Computertomographie, um das Mittel genau in den Zielbereich spritzen zu können.

Vorteile der Infiltration

Die Vorteile dieser Methode liegen auf der Hand: Bringt man ein Schmerzmittel oder den Entzündungshemmer Kortison genau in das schmerzende Areal, kommt man mit geringeren Dosen aus als bei der Verabreichung eines Medikaments, das den gesamten Verdauungsapparat passieren muss.

Auch mögliche Nebenwirkungen können durch diese Therapie eingeschränkt werden, da durch die gezielte Verabreichung im Schmerzgebiet keine Organe belastet werden. Infiltrationen können außerdem mehrmals vorgenommen werden.

Grenzen der Infiltration

Die Methode der Infiltration hat jedoch auch ihre Grenzen. Denn die eigentliche Schmerzursache wird dadurch nicht behoben. Es kann auch vorkommen, dass eine Infiltration nur für kurze Zeit wirkt, dann treten die Schmerzen wieder auf. „Grundsätzlich kann man mehrmals infiltrieren. Aber ich würde meinen: wenn sich nach dreimaliger Anwendung kein Erfolg einstellt, wird man wohl eine operative Behandlung in Erwägung ziehen müssen“, so Hiertz.

Also zum Beispiel mit Hilfe eines Eingriffs den durch einen Bandscheibenvorfall verursachten Druck auf einen Nerv zu nehmen. Andererseits muss man vermerken, dass man sich durch Infiltrationen auch eine Operation ersparen kann, was jeweils im Einzelfall zu entscheiden ist.

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I wie Infiltration

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Österreich. Infiltration ist eine mögliche Hilfe.

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