Schloss Moosham in Unternberg

In unserer Suche nach den schönsten Plätzen in Salzburg besuchen wir am Donnerstag Unternberg im Lungau. Dort steht die drittgrößte Burg Salzburgs - das Schloss Moosham. Es hat eine mehr als 800 Jahre lange, durchaus blutige Geschichte.

Idyllisch, aber auch ein wenig grimmig sieht Moosham aus. Man erzählt sich seit langem, dass dort auch Geister hausen sollen. Die einzigen „Hausgeister“, die sich bei unserem Besuch gezeigt haben, sind aber nicht rachsüchtig - es waren zwei verschmuste Katzen.

Burgfräulein löste Brüderzwist aus

Schloss Moosham ist in Wirklichkeit eine Burg mit einer langen und bewegten Geschichte mit Blutgerichten und Hexenprozessen. Ursprünglich bestand die riesige Anlage aus zwei Burgen. Die beiden Mooshamer-Brüder sollen im zwölften Jahrhundert um eine Frau gestritten haben. Einer der beiden hat das Burgfräulein im Turnier gewonnen und seinem Bruder vor der Nase weggeschnappt. Die Folge waren zwei Burgen statt einer und jahrelange „Eiszeit“ zwischen den Brüdern, schildert Alexander Wilczek von der Eigentümerfamilie.

Schloss Moosham
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Idyllisch, aber auch ein wenig grimmig: Das Schloss Moosham

„Einer hat oben gewohnt, der andere unten und die Beiden haben sich jahrelang nicht gesehen. Eines Tages haben Spielmänner an der Tür geklopft und einer der Mooshamer hat aufgemacht und hat sie begrüßt. Daraufhin ist der andere Bruder auch gekommen. Es hatte den Anschein, als wollten sie sich versöhnen. Sie sind sich um den Arm gefallen und da hat der eine Bruder den Ring am Finger des anderen gesehen, worauf er auf den Bruder losgegangen ist. Dann sollen sie sich tage- und nächtelan geschlagen haben“, erzählt Wilczek.

300 Jahre lang Schauplatz grausamer Folterungen

Die Legende von den kämpfenden Mooshamern war geboren und erst Jahrhundert später sind die beiden Burgen wieder zu einer großen Burg vereint worden. Was dann folgte, ist eine wahrhaft schauerliche Geschichte: Fast 300 Jahre lang wurden hier im Namen des Erzbischofs Menschen auf grausamste Weise gefoltert und umgebracht.

Schloss Moosham
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Jahrhunderte lang war das Schloss Schauplatz grausamer Folterungen

Sendungshinweis

„Salzburg heute“, 7.4.2016

Eine wichtige Rolle hat Moosham auch bei der Verfolgung des legendären „Zauberer-Jackl“ gespielt - als Zeugen sind vor allem Kinder in die Blut-Mühlen der Justiz geraten, schildert Alxander Wilczek. „Man hat die Kinder zu ihm befragt und ihnen unterstellt, mit ihm - nachdem er Zauberpulver gestreut habe - davongeflogen zu sein. Und durch die Folter sind angeblich all diese Geschichten entstanden.“

Heute als Privatmuseum geführt

Die blutrünstigen Zeiten, von denen diese Geschichten handeln, sind zum Glück vorbei. Heute wird Schloss Moosham als Privatmuseum geführt. Besonders sehenswert sind die Gemächer früherer Burgherren und die Gästezimmer der Fürsterzbischöfe. Von Wagen bis Waffen gibt es hier allerlei gespenstisches zu sehen und wer weiß - vielleicht begegnet dem Besucher sogar ein echter Geist.

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Schloss Moosham in Unternberg

In unserer Serie „119 Plätze, 119 Schätze“ besucht Andreas Landrock diesmal das Schloss Moosham in der Lungauer Gemeinde Unternberg. Es hat eine lange, teils blutige Geschichte.

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