Niederbrandkapelle in Viehhofen

Ein ganz besondere Kapelle ist der „Schatz“ der Gemeinde in Viehhofen (Pinzgau). Denn die Nachkommen eines Bauern, der den Ersten Weltkrieg überlebt hatte, baute zum Dank die Kapelle. Und sie ist bis heute ein Schmuckstück.

Beinahe jeder zweite männliche Einwohner Salzburgs wurde im Ersten Weltkrieg eingezogen. 49.000 Salzburger mussten in den Krieg, 6.000 kehrten nicht mehr nach Hause zurück. Unter den vielen Soldaten war auch ein junger Bauerssohn aus Viehhofen: Mathias Kendler. Er kämpfte an der Ostfront, in besonders blutigen und verlustreichen Schlachten.

„In einer dieser Schlachten wurde die ganze Kompanie getötet, nur mein Großvater und einer aus Zell am See haben das überlebt“, schildert der 82-jährige Hubert Kendler, Bauer vom Niederbrandhof. „Und in dieser Schlacht hat er das Gelöbnis abgelegt: Wenn ich das überlebe, baue ich eine Kapelle für meine gefallenen Kameraden.“

Niederbrandkapelle
Gemeinde Viehhofen
Kleinod und zugleich kostbarer Schatz: Die Niederbrandkapelle in Viehhofen

Sendungshinweis

„Salzburg heute“, 24.3.2016

Mathias Kendler überlebte das große Schlachten und kehrte 1918 nach Viehhofen zurück. Doch die Spanische Grippe raffte ihn hinweg. Er starb am 5. November 1918, noch bevor er die Kapelle bauen konnte. Gertraud Kendler, die Witwe des jungen Soldaten, löste dann Jahre später das Gelöbnis ein und baute in den Jahren 1932 bis 1934 die Kapelle.

Über 20 Jahre liebevoll saniert

Heute ist die Niederbrandkapelle ein kleines Schmuckstück: Hubert Kendler hat sie vor 20 Jahren mit viel Aufwand und so mancher Unterstützung generalsaniert. Das Schindeldach spendete zum Beispiel der Kameradschaftsbund. Die Kapelle selbst hat für die ganze Familie eine große Bedeutung. Alex Adelsberger, der Enkelsohn von Hubert, kommt gerne vom Tal herauf, weil die Kapelle zum Innehalten und Nachdenken einlädt. Und er will, dass auch einmal seine Kinder und Enkelkinder die Niederbrandkapelle besuchen können.

Niederbrandkapelle
Gemeinde Viehhofen

Die Niederbrandkapelle steht allen Besuchern offen. Das hat Gertraud Kendler, die Erbauerin der Kapelle, in ihrem Testament so verfügt. Und daran will sich Hubert Kendler auch halten.

Lage und Anstieg

Die Niederbrandkapelle befindet sich, wenn man von Maishofen kommt, kurz vor Viehhofen. Man erreicht sie zu Fuß über einen Weg, der von Glemmtalerstraße im Bereich des Bushaltestelle Viehhofen-Forsthaus hinauf zum Niederbrandbauern führt. Man kann aber auch bis zum Gasthof Stiegernigg fahren und von dort quer über die Wiese zur Kapelle gehen, die immer offen steht.

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Niederbrandkapelle in Viehhofen

Ein ganz besondere Kapelle ist der „Schatz“ der Gemeinde in Viehhofen (Pinzgau). Nachkommen eines Bauern, der den Ersten Weltkrieg überlebt hatte, bauten zum Dank dafür die Kapelle.

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