Schneeschuhwanderung zum Hochglocker

Eine Wanderung auf der Pongauer „Sonnenterrasse“ bei St. Veit ist der „Schatz“ der Gemeinde. Im Winter ist die Strecke von der Kinderalm zum Hochglocker mit Schneeschuhen gut zu bewältigen.

Kloster der Schwestern von Betlehem bei der Kinderalm in St. Veit im Pongau
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Das Kloster bei der Kinderalm ist der Ausgangspunkt

Ausgangspunkt ist die Kinderalm oberhalb von St. Veit - hier liegt das Kloster der Schwestern von Bethlehem. 33 Schwestern leben hier in großer Abgeschiedenheit und Stille. Von hier geht der Weg zum Hochglocker sanft bergauf. Nach etwas mehr als einer Stunde und 300 Höhenmetern erreicht man den 1.588 Meter hohen Hochglocker. Der Aussichtsberg bietet ein Rundumpanorama - vom Hochkönigmassiv über Tennengebirge, Dachstein, Großglockner, Wiesbachhorn, Kitzsteinhorn bis hin zum Großvenediger sind viele Gipfel zu sehen.

Wanderung über altes Bergbaugebiet

Die Wanderung hinauf zum Hochglocker führt über geschichtsträchtigen Boden: Bereits vor 4.000 Jahren wurde hier Bergbau betrieben. Bis ins 15. Jahrhundert wurde Kupfererz abgebaut. Der Kupferkies enthielt kleine Spuren von Silber und Gold und wurde für die Tauerngoldschmelze in Lend benötigt. Das Hochklockergebiet auf 1.400 Metern war das höchstgelegene von 19 Bergwerken in St. Veit.

Gruppe von Schneeschuhwanderern
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Die Wanderung auf historischem Boden

Dort war auch der sogenannte „Taufelsrauchfang“, ein 20 Meter tiefer Lüftungsschacht, wo es durch die warme Luft im Winter aus dem Berg „rauchte“. Heute gibt es nur noch einen 14 Meter tiefen Schacht und die Stollen sind verwachsen.

Sendungshinweis

„Salzburg heute“, 25.2.2016

Im Seelackenmuseum sind die Funde aus den Bergwerken ausgestellt: schöne Mineralien wie Eisenblüte, Malachit, Azurit und ein Steigbaum (Leiter). Das Schaubergwerk Sunnpau kann von Mai bis Oktober besichtigt werden.

Aussicht vom Gipfel des Hochglocker
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Die Aussicht lohnt die Mühe

Kapelle erinnert an Protestantenvertreibung

Vom Hochglocker kann man auf demselben Weg wieder zurück zur Kinderalm wandern - oder aber man entschließt sich zum Abstieg Richtung Fadlsteinkapelle, wo man sich vom Wanderbus abholen lassen kann.

Die Fadlsteinkapelle bei St. Veit - sie erinnert an die Vertreibung der Protestanten 1732
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Die Fadlsteinkapelle erinnert an ein düsteres Kapitel der Salzburger Geschichte: 1732 wurden unter Fürsterzbischof Leopold Anton Firmian im Pongau 18.500 Protestanten vertrieben. Alleine in St. Veit und Goldegg waren es 2.800 gläubige Protestanten, von denen die meisten nach Deutschland emigrierten. Bei der Fadlsteinkapelle fand ein letzter Gottesdienst statt. Die Menschen zogen dann von St. Veit nach Mühlbach, Dienten, Saalfelden, Augsburg und weiter nach Ostpreußen.

Karte der Wanderung von der Kinderalm auf den Hochglocker
Tourismusverband St. Veit im Pongau
Der Weg führt von der Kinderalm (auf der Karte rechts oben, Name ist unterstrichen) auf den Hochglocker

Schneeschuhverleih möglich

Geführte Schneeschuhwanderungen organisiert auf den Hochglocker organisiert der Tourismusverband St. Veit. Die Mindestteilnehmerzahl sind vier Personen, der Preis beträgt 15 Euro inkl. Transport mit Wanderbus und Schneeschuhausrüstung. Der Tourismusverband verleiht auch Schneeschuhe um sechs Euro pro Tag.

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Hochglocker bei St. Veit

Der Hochglocker bei St. Veit im Pongau ist ein schöner Aussichtsberg mit Geschichte - und eine Schneeschuhtour.

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