Alte Schmiede von Goldegg restauriert

In unserer Reihe „119 Plätze, 119 Schätze“ geht es diese Woche um die Rohrmoosschmiede in Goldegg (Pongau). Die wurde erst durch die Tatkraft eines Schlossers und Schmieds wieder aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt.

Rohrmoosschmiede in Goldegg Schmiede Schmied
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Rohrmoosschmiede beim Schloss Goldegg

Liebe zum alten Handwerk und der Wunsch, dieses Wissen an Jüngere weiterzutragen, das motivierte Toni Huber für den Kauf und die Restaurierung der denkmalgeschützten Schmiede: „Ich kenn sie schon seit 1970er-Jahren. Da hat mir der Vorbesitzer ein wenig Werkzeug geschenkt. Und schon damals habe ich den Gedanken gehabt, das einmal herzurichten hier.“

Waffen, Werkzeug, Hufeisen, Nägel

Die Burgschmiede oder Rohrmoosschmiede, wie sie in Goldegg genannt wird, geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Sie gehörte früher zum Schloss Goldegg, wo man viele Hufeisen und Nägel brauchte, aber auch Waffen für die Truppen des Burgherrn. Der herrschte einst über ein weiter Gebiet von Innergebirg, im Hochmittelalter zeitweise auch über das Gasteiner Tal bis zum Haupt.

Bilder-Galerie:

Energie für Geräte aus dem Bach

Man baute sie vor Jahrhunderten nicht direkt auf dem Burgberg, wo auch die Pferde der Grafen ihren Stall hatten. Der große Schmiedehammer und andere Maschinen werden seit alter Zeit mit drei Wasserrädern betrieben - wie bei einer Mühle. Und dazu braucht es einen Bach, schildert Meister Huber: „Der große Schwanzhammer ist noch aus der alten Schmiede. Wir haben nur den Antrieb ein bissel modernisiert, damit er nicht immer schlägt, wenn das Wasserrad schon läuft.“

Sendungshinweis

„Salzburg heute“, 4.2.2016

Kinder fürchteten sich

Zuletzt war die Schmiede im Besitz der Familie Reitsamer - bis in die 1970er Jahre, erzählt der Goldegger Josef Seidl: „Mein Schulweg hat da vorbeigeführt. Der Schmied Reitsamer hatte damals ein gekrümmtes Rückgrat von der vielen Arbeit, und im Gesicht war er durch den Ruß an der Esse immer schwarz. Das war für uns Kinder schon immer wieder ein bissel furchterregend.“

Zum Fürchten ist es in der alten Schmiede aber schon längst nicht mehr.

Viel Arbeit und Zeit investiert

Mit viel Liebe zu Details und handwerklichem Geschick hauchte Toni Huber dem ehrwürdigen Gebäude neues Leben ein.

Die Rohrmoosschmiede in Goldegg
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Im kommenden Sommer 2016 wird das Denkmal auch zur Schauschmiede für Gäste und Einheimische umfunktioniert. Dann zeigt Meister Huber sein Können und präsentiert die Werkstatt, die er vor dem Verfall gerettet und wieder in Schuss gebracht hat. Vorbesitzer Josef Reitsamer war bis in die 1960er-Jahre hier noch aktiv. Huber steckte bisher 6.000 Arbeitsstunden in das Projekt.

Besichtigung ab Sommer 2016

Die Schmiede ist zum Teil noch mit originalen Werkzeugen ausgestattet. Drei Wasserräder treiben wie früher einen uralten „Schwanzhammer“ an, eine Transmissionswelle für die verschiedenen Geräte und einen Wasserschleifstein. Zudem sind die große Esse mit Werkzeugen, eine alte Ständerbohrmaschine mit Vorschub, eine alte Kaltsäge zu bestaunen. Erwähnenswert ist aber auch das mächtige hölzerne Antriebsgerinne, das gleichzeitig als Wasserstauraum genützt wird.

Nähere Informationen zu den Terminen im kommenden Sommer gibt es beim Kulturverein Goldegg.

Anfahrt

Von Schwarzach fährt man auf der Goldegger Landesstraße am Schloss Goldegg und der Pfarrkirche vorbei - in Richtung Golfplatz und Buchberg Skilifte. Kurz vor dem Parkplatz der Buchberg Skilifte bei der Kreuzung Richtung Babylift und Gasthof Hackerhof rechts abbiegen, sofort nach der Abzweigung dem Güterweg Eyersberg folgen. Nach rund 200 Meter befindet sich die Rohrmoosschmiede auf der linken Straßenseite.

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Überblick auf einer Seite: Die Rohrmoosschmiede in Goldegg
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Esse, Hammer und Amboss

ORF-Reporterin Isabel Gunzer hat den Schmied von Goldegg in seinem denkmalgeschützten Betrieb aus dem späten Mittelalter besucht.

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