Antoniuskapelle in Hallwang-Söllheim

Die Wallfahrtskapelle zum heiligen Antonius bei Hallwang ist seit mehr als 300 Jahren ein besonderer Flachgauer Gnadenort. Die Kapelle, der Legende nach zum Dank für die Rückkehr eines verschollenen Handelsschiffs erbaut, ist Söllheims barockes Zentrum und ein lohnendes Ausflugsziel.

Das barocke Juwel liegt im Hallwanger Ortsteil Söllheim, unmittelbar an der Trasse der ehemaligen Salzkammergutlokalbahn zwischen Salzburg und Bad Ischl (OÖ). Die denkmalgeschützte Wallfahrtskapelle an der beliebten Radfahrer- und Wanderstrecke ist dem heiligen Antonius von Padua geweiht und war einst ein so ernster Konkurrent der Wallfahrtsbasilika von Maria Plain, dass der Klerus erst mühsam von der Berechtigung eines zusätzlichen Gnadenorts überzeugt werden musste.

Antoniuskapelle Söllheim
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Antoniuskapelle (rechts) und Schloss Söllheim (links im Bild)

Erbauer setzt alles auf verschollenes Pfefferschiff

Johannes Gruchmann-Bernau, einer der Mitbesitzer des Barockjuwels, schildert die abenteuerliche Entstehungsgeschichte der Kapelle und die Herkunft des Reichtums ihres Stifters: Mehrere Kaufleute erwarteten damals im Handel mit Ostindien die Rückkehr eines Schiffes mit kostbaren Gewürzen im Hafen von Venedig. Das Schiff war etliche Monate überfällig, dass die Kaufleute jede Hoffnung bereits aufgegeben haben. Der einfache Kaufmann, Johann Kaufmann, wurde Ohrenzeuge einer Unterhaltung der enttäuschten Schiffseigner und bot aus einer plötzlichen Eingebung heraus an, das verschollen geglaubte Schiff günstig zu kaufen.

„Furcht und Hoffnung stritten sich gewaltig im Herzen des jungen Handelsgehilfen“, heißt es in der Überlieferung. Der fromme Kaufmann soll dann intensiv zum heiligen Antonius von Padua, dem Wiederbringer verlorenen Gutes, gebetet haben. Sollten seine Gebete in Erfüllung gehen, versprach er dem Heiligen eine Kapelle zu stiften. Drei Monate später kam das Schiff wohlbehalten in Venedig an. So war der einfache Kaufmann plötzlich ein sehr reicher Mann geworden.

Antoniuskapelle Söllheim
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Die Antoniuskapelle liegt unmittelbar an der ehemaligen Ischlerbahntrasse

Berühmter Barockbaumeister mit Bau beauftragt

1684 kauft Johann Kaufmann das Schloss Söllheim und beauftragt den berühmten Baumeister Giovanni Gaspare Zuccalli, u.a. der Erbauer von St. Erhard in der Stadt Salzburg, mit dem Bau der Kapelle. Seit der ersten Heiligen Messe 1686 gelesen vom Erzabt von St. Peter gilt das idyllische Kirchlein vielen als Ort des Trostes, der Begegnung und der Freude.

Sendungshinweis:
Salzburg heute, 30. April 2015

Im 18. Jahrhundert war der Ansturm auf die Antoniuskapelle so groß, dass hier tausende Messen gelesen wurden. Söllheim hatte sogar einen eigenen Pfarrer, der neben der Kapelle - im heutigen Restaurant Pfefferschiff - wohnte. Heute ist die Kapelle eine Filiale der Pfarre Hallwang und jeden Sonntag Treffpunkt einer lebendigen Glaubensgemeinde. Schloss Söllheim ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.

Antoniuskapelle Söllheim
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Gekrönter Antonius von Padua am Altarbild der Kapelle

Anfang Juni wird in der Antoniuskapelle an jedem Abend um 19.00 Uhr eine heilige Messe, die traditionelle „Antonius Oktav“ gefeiert. Hier finden Sie das Programm zur aktuellen „Antonius Oktav“-Festwoche von 7. bis 14 Juni 2015.

Ausflugsinformationen

Die Antoniuskapelle in Söllheim ist bequem in einer guten halben Stunde (circa 2,5 Kilometer) zu Fuß über die Ischlerbahntrasse (Wander- und Radweg), vorbei am Samer Mösl, zu erreichen. Start dafür ist nach der Eisenbahn-Unterführung in der Samstraße in der Stadt Salzburg. Obwohl der Schotterweg aus der Stadt nach Söllheim nur sanft ansteigt sind Radfahrer hier etwas gefordert, der Heimweg „bergab“ belohnt dann für die Anstrengung. Dieser Weg belohnt zusätzlich mit einem herrlichen Rundumblick über das Salzburger Becken. Mit dem Auto oder Postbus gelangen Sie über die Hallwanger Landesstraße direkt zur Antoniuskapelle.

Antoniuskapelle Söllheim
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Deckenfresko mit ungewöhnlicher Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit

Luxusrestaurant im ehemaligen Pfarrhaus

Das ursprüngliche Pfarrhaus von Söllheim wird seit Generationen als Wirtshaus genutzt. Im 20. Jahrhundert wurde aus dem Gasthaus Söllheimerwirt schließlich das Luxusrestaurant Pfefferschiff und wird seit 2010 von Iris und Jürgen Vigne geführt. Es lockt nicht nur zur Festspielzeit Gäste aus aller Welt nach Hallwang. Das Zwei-Hauben-Restaurant hat Dienstag bis Freitag ab 18.00 Uhr und Samstag 12.00 - 14.00 Uhr sowie ab 18.00 Uhr geöffnet.

Antoniuskapelle Söllheim
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Das ehemalige Pfarrhaus (links) ist heute das Restaurant Pfefferschiff

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Überblick auf einer Seite: Die Antoniuskapelle in Söllheim
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