Der „Pongauer Dom“ in St. Johann

Der „Pongauer Dom“ in St. Johann war zwar nie Bischofssitz oder Wallfahrtsort. Wegen seiner stattlichen Größe wird er dennoch als Dom bezeichnet. Doch nicht nur wegen der imposanten Größe lohnt sich ein Besuch.

Der Pongauer Dom ist eine der größten neugotischen Landkirchen Österreichs. Seine Existenz verdankt er aber einer Katastrophe: Ein verheerender Marktbrand legte 1855 beinahe den ganzen Ort und auch die alte gotische St.Johannes-Kirche in Schutt und Asche. Während der Jahre 1855 und 1856 wurden die Reste der zerstörten Kirche abgetragen. Am 1. Mai 1857 konnte mit den Grundaushebungen für das neue, wesentlich größere Gotteshaus begonnen werden. Eine dreischiffige Kirche im neugotischen Stil wurde errichtet.

In Bau befindlicher Turm stürzte 1871 ein

Doch 1871 folgte das nächste Unglück: Der einzige, im Bau befindliche Turm an der Westseite stürzte ein. Am 22. Juni 1871 hatten sich plötzlich Bauschäden bemerkbar gemacht. Risse im Mauerwerk wurden sichtbar und vergrößerten sich allmählich. Die Kirche wurde sofort gesperrt und die umliegenden Häuser wurden evakuiert. Der Turm stürzte noch am Nachmittag desselben Tages unter gewaltigem Getöse in sich zusammen und riss einen Teil des Kirchenschiffs mit. Die Ursache für das Unglück soll ein schadhafter Grundpfeiler gewesen sein - der Turm hätte 71 Meter hoch werden sollen. Stundenlang war St. Johann von einer riesigen Staubwolke eingehüllt.

Der "Pongauer Dom" in St. Johann im Pongau
Foto Oczlon
Seine markante Fassade mit zwei hohen Türmen bekam der Pongauer Dom erst nach dem Einsturz des ursprünglich geplanten, deutlich höheren einzelnen Turms

Sendungshinweis

„Salzburg heute“, 2.4.2015

Danach wurde die Fassade der Kirche nach neuen Plänen des Salzburger Architekten Josef Wessicken gestaltet. Anstelle eines einzelnen Turmes wurden nun zur Entlastung der Grundmauern zwei etwas niedrigere Türme mit einer Höhe von je 62 Metern errichtet. Zu Weihnachten 1875 läuteten zum ersten Mal seit dem Brand wieder die Glocken in der Kirche. Die Schlusssteinlegung erfolgte am 3. September 1876 und vollendete den Kirchenbau.

Aufwändige Restaurierung in den vergangenen Jahren

In den letzten Jahren wurde die Kirche aufwändig restauriert: Die Empore für den Kirchenchor wurde vergrößert, ein barrierefreier Seiteneinganges auf der Südseite errichtet, neue Farben, eine neuen Beleuchtung und vor allem neuen Fenster wurden angebracht. Insgesamt wurde mehr als eine Million Euro in die Sanierung der Pfarrkirche investiert.

Glasfenster im Pongauer Dom in St. Johann
ORF

Die zwölf neuen Kirchenfenster wurden nach den Entwürfen des Radstädter Künstlers Wilhelm Scherübl gestaltet und nehmen Bezug auf das himmlische Jerusalem. Die vor 45 Jahren eingesetzten Bleiglasfenster hatten der Witterung nicht mehr standgehalten: Das Blei war spröde geworden, Wasser trat ein und richtete erhebliche Schäden an.

Fledermausstube im Kirchturm

Im Dom befindet auch sich eine Wochenstube des Großen Mausohrs, der größten heimischen Fledermausart. Seit 1998 werden die Mausohren, die im Dom leben und ihre Jungen aufziehen, regelmäßig gezählt. Bisher wurden zwischen 600 und 800 Mausohrweibchen beobachtet. Im Juni 2010 zählte der Experte der Salzburger Naturschutzabteilung 850 ausfliegende Fledermäuse. Das ist absoluter Rekord für Fledermaus-Wochenstuben in Salzburg.

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Anreise

Der Pongauer Dom befindet sich direkt im Zentrum von St. Johann und ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Für Autos steht im Kongresshaus am Dom eine große Parkgarage bereit.

Gottesdienste

Samstag: 19.00 Uhr (Winter 18.00 Uhr)
Sonntag: 9.00 und 19.00 Uhr

Zum Ausdrucken und Herunterladen

Überblick auf einer Seite: Der Pongauer Dom
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