Geschichte erleben in Alt-Böckstein

Conny Deutsch nimmt Sie am Sonntag, 10. April 2016, mit auf eine historische Reise ins hinterste Gasteinertal (Pongau). Dieses Urlaubsparadies im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern hat eine bewegte Geschichte hinter sich, war es doch jahrhundertelang geprägt vom Goldbergbau.

Den Beginn macht Conny Deutsch am Sonntag in der Kirche „Maria zum guten Rat“, einem Barockjuwel des Gasteinertales. Erzbischof Sigismund von Schrattenbach hatte eine besondere Vorliebe für diesen Kirchenhügel in Böckstein. Er wollte sich zunächst eine Privatvilla dort bauen lassen. Schließlich hat er sich dann doch für den Kirchenbau entschieden, den Baumeister Christian Glaner aus Werfen nach Plänen des hochfürstlichen Bauverwalters Wolfgang Hagenauer in den Jahren 1764 bis 1766 durchgeführt hat.

Alt-Böckstein, Knappen, Schwerttanz, Montanmuseum, Wallfahrtskirche
Gasteinertal Tourismus

Die Böcksteiner Kirche ist ein beliebter Wallfahrtsort, der das ganze Jahr über von vielen Gläubigen besucht wird. Richard Weyringer, seit drei Jahren Pfarrer in Böckstein, freut sich jeden Sonntag über ein volles Haus. Die Kurgäste, die sich im Gasteinertal erholen, sind nämlich rege Kirchengeher. Die Menschen aus nah und fern haben ganz unterschiedliche Ansprüche. Für viele ist die Beichte ganz wichtig, anderen ist das Singen ein Bedürfnis. Es ist eine spannende Aufgabe für den Priester, der, nachdem er zuerst Berufssoldat und dann Wirt gewesen war, spät seinen Traumberuf gefunden hat.

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Gasteinertal Tourismus

Sendungshinweis

„Da bin i dahoam“, 10.4.2016

Schwerttanz mit langer Tradition

Nur am ersten Sonntag im September und nur in der Montansiedlung Alt-Böckstein wird alljährlich der Schwerttanz der Knappen aufgeführt. Am Festplatz werden Reim- und Rüpelspiele aufgeführt und damit das Standesbewusstsein der Bergleute zum Ausdruck gebracht. Mit 14 jungen Böcksteinern hat man 1978 begonnen, diese alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Da es zu dieser Zeit keinen Gasteiner Schwerttanz mehr gegeben hat, hat man sich entschlossen, den Ebenseer Schwerttanz der Salzbergleute und Pfannhauser nach Gastein zu verpflanzen.

Bergknappen bei der Arbeit

Im denkmalgeschützten Montanmuseum Altböckstein, in einem gut erhaltenen Steinhaus aus dem 18. Jahrhundert, werden den Besuchern Geschichte und Technik der Goldgewinnung im Bergbau nahe gebracht, unter anderem anhand einer Erzaufbereitungsanlage und einer Aufzugsmaschine. Es ist eine Reise zurück in die Zeit des Bergbaues in den Gasteiner Bergen, diese Siedlung war eine der ältesten Industrieanlagen Europas.

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Es ist kein Zufall, dass die Montansiedlung genau dort in Alt-Böckstein steht. Ungefähr 800 Meter südlich von Alt- Böckstein war die alte Aufbereitungsanlage in der alten „pec“, daher der Name Peckstein bzw. Böckstein. Dieses Gebiet war immer schon lawinengefährdet und 1741 hat eine riesige Grundlawine die ganze Anlage und auch alle darin wohnenden Menschen verschüttet. Daraufhin wurde beschlossen, nichts wieder aufzubauen. Der Fürsterzbischof Sigismund von Schrattenbach hat aber dann doch angeordnet, in Alt-Böckstein eine neue Siedlung zu planen, um das Gold weiter aus dem Radhausberg schürfen zu können. 60 Tonnen Gold waren es insgesamt in der Hochblüte des Bergbaus in Böckstein.

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Heute ist in einem Gebäude in der Montansiedlung immer noch die Erzbergbau Radhausberg GesmbH untergebracht, die den Gasteiner Heilstollen untertage betreut.

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