Landesskimuseum Werfenweng

In unserer Serie „Da bin i dahoam“ besucht Gerhard Jäger am 17. Jänner das FIS-Landesskimuseum in Werfenweng (Pongau). Es dokumentiert auf lebendige Weise die Geschichte des Skilaufs von seinen Anfängen bis herauf in die heutige Zeit.

Die ältesten Funde belegen, dass sich bereits vor ca. 5000 Jahren Menschen mit Schiern im Wintern behalfen. Der älteste Fund wird auf die Jungsteinzeit (ca. 2.500 v. Chr.) zurückdatiert. Schon damals wusste man um die Wichtigkeit dieser Art der Fortbewegung im Schnee, die Schier waren durchdacht und mit Führungsrinne und Bindung ausgestattet. Forscher stießen sogar auf Schier mit verzierten Spitzen, die germanische Runen und Tierzeichen trugen.

Skipionier Matthias Zdarsky

Der österreichische Skipionier Matthias Zdarsky und Oberst Georg Bilgeri nahmen Nansens Buch als Anleitung und sorgten für die Verbreitung des Skisports. Während Zdarsky sich dafür einsetzte, dass der Skilauf zu einem beliebten Volkssport wurde und über 20.000 Menschen in Skikursen unterrichtete, hielt Bilgeri Skikurse im Rahmen der militärischen Ausbildung ab und legte somit, parallel zum zivilen, einen bedeutenden Grundstein für den militärischen Skilauf.

Originalski von Skipionier Matthias Zdarsky
ORF/G.Jäger
Originalski und -stock von Skipionier Matthias Zdarsky

Die Nützlichkeit von Skier im alpinen Gelände wurde vom Militär bald erkannt. Tausende von Skisoldaten, Gebirgsjäger, die im ersten Weltkrieg mit ihren Skiern das Vaterland verteidigten, machen den Skilauf nach Beendigung des Krieges zum Hobby oder sogar zum Beruf. Die gewaltigen Skibestände in den Militärdepots wurden zu Billigstpreisen an die Bevölkerung abgegeben, was letztlich ein Mitauslöser für die einsetzende Massenbewegung war.

Sendungshinweis

„Da bin i dahoam“, 17.1.2016

Die Stahlkante - in Werfenweng erfunden - erhöhte die Sicherheit des Skilaufs, die Kandahar-Bindung und die Arlberg-Technik legten den Grundstein für den modernen Freizeitsport „Skilauf“. Erste Skischulen und Skiclubs entstanden, Rennen machten das Skifahren populär.

Motor für Aufschwung des Wintertourismus

Die Nachkriegszeit bringt einen ungeahnten Aufschwung des Wintertourismus. In seiner Folge entstand die Salzburger Sportindustrie: Aus Wagnereibetrieben werden große Skifabriken, Skischuh- und andere mit dem Wintersport zusammenhängende Produzenten nahmen an diesem Aufschwung teil. Maschinelle Fertigungshilfen in der Skiartikelerzeugung wurden als technische Innovation gefeiert.

WM-Ausrüstung von Michael Walchhofer
ORF/G.Jäger
Die Ausrüstung, mit der Michael Walchhofer den WM-Titel gewann

Gleichzeitig mit dem Snowboardboom erfreute sich auch der Tourenskilauf - möglicherweise aufbauend auf das Konzept des „sanften Tourismus“ - immer größerer Beliebtheit. Nicht nur die Möglichkeit der Nutzung jungfräulicher Tiefschneehänge, sondern auch der Naturgedanke „fellbewehrter“ Skiwanderer trug zur Verbreitung dieser alternativen Wintersportmöglichkeit bei.

Sprunglauf und Nordische Disziplin

Im Jahre 1952 trafen sich anläßlich des Flutlichtspringens auf der Innsbrucker Seegruben-Schanze die Bosse des Skiclubs aus Garmisch-Partenkirchen, Bischofshofen, und Innsbruck zu einem schicksalsträchtigen Gedankenaustausch. Der nordische Skisport lag in Deutschland und Österreich als Folge des zweiten Weltkriegs darnieder. Andererseits war das Skispringen in der Vorgeschichte der Aufstieghilfen weitaus populärer als der alpine Skilauf. Abhilfe war also dringend nötig - die berühmte Vierschanzentournee war geboren.

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