Skigebiete setzen auf Luxus-Skihütten

Beef Tatar statt Germknödel, Champagner statt Skiwasser - der Trend in Salzburgs Skihütten geht in Richtung Luxus. Immer mehr Skigebiet eröffnen Gourmettempel und Lounges - um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ein Gourmettemple mit moderner Architektur auf 1.600 Metern Höhe: Vor einem Jahr hat die Skihütte „Deantnerin“ direkt bei der Bürglbahnabfahrt in Dienten (Pinzgau) eröffnet. Mit einem puristischen Arrangement aus Stahl, Holz und Glas will man hier zum Einkehrschwung laden, drinnen wartet exklusive Küche - Thai Curry, Beef Tatar und frische Steinofenpizza. Gerichte, die man eigentlich sonst nicht auf den Speisekarten der heimischen Skihütten findet. „Aber auch die Klassiker - Apfelstrudel, Topfenstrudel, Wiener Schnitzel kann man nicht weglassen - das heimische Publikum, die Touristen wollen diese Dinge haben“, sagte Chefkoch Timm Hahn.

Skihütten setzen auf Luxus
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Statt Germknödel ist Curry oder Beef Tartar auf den Luxushütten gefragt

140 Weinsorten in der Skihütte

Dazu können die Gäste aus 140 Weinsorten auswählen- wer hierher kommt, will es sich gut gehen lassen. So wie Hans Renner aus Neumarkt: „Wir haben keine Grenze - das wäre zu zweit auch einen Hunderter wert, kein Problem“. Auch die Frau von Josef Krautmann aus Prag will in die Luxushütte: „Meine Frau will in keine andere Hütte gehen.“

Ansprüche auf der Skipiste steigen

Die Nachfrage ist da, die Ansprüche auf der Piste steigen. Wer sich das Skifahren noch leisten kann, der will auch beim Essen nicht sparen, erklärte Geschäftsführer Mirco Verdorfer. „Der Gast ist anspruchsvoller geworden und wünscht sich auch im Urlaub ein kulinarisches Erlebnis. Genau das habe ich als Skilehrer miterlebt - du hast sonst immer nur vier oder fünf Speisen und dann wird der Winter lange“, sagte Verdorfer.

Skihütten setzen auf Luxus
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Der Gast will gute Gastronomie und gutes Essen

Doch das luxuriöse Ambiente alleine reicht nicht aus, um zufriedene Gäste zum Wiederkommen zu bewegen. Skifahrerin Astrid Kaltenböck aus Wien meinte etwa, dass es die gute Mischung braucht: „Was nützt mir eine super Hütte, wenn das Essen nicht schmeckt?“

Fahrt auf den Berg als „Event“

So findet jeder Gast seine Hütte, die Mischung macht es in den Skigebieten. Auch die klassischen Selbstbedienungshütten sind in diesen Tagen ausgelastet. Viele Gäste wollen aber mehr - relaxen und Luxus, die Bergfahrt als Event. „Nach drei Stunden sind die Leute mit dem Skifahren fertig und dann geht es um Entspannung und da spielen die Hütten eine große Rolle“, sagte Franz Schenner vom Netzwerk Winter.

Millionen für den internationalen Vergleich

Auch in Zell am See setzt man deshalb auf den neoalpinen Stil - vor wenigen Tagen eröffnete die Areit Lounge. „Man wird international verglichen und die Gastronomie in der Schweiz, in Frankreich, in Italien und natürlich auch in Österreich zwingt einen dazu auch hier eines draufzusetzen und da darf man auch nicht zurückfallen“, erklärte Erich Egger, Vorstand der Schmittenhöhebahn. Mehrere Millionen müssten da investiert werden, um international konkurrenzfähig zu bleiben.

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Moderne Luxus-Skihütten

Für die Luxus-Skihütten investieren Bergbahnen mehrere Millionen, um auch international konkurrenzfähig zu bleiben

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