Trauer um Hans-Michael Rehberg

Der Tod des 79-jährigen Schauspielers Hans-Michael Rehberg - aus dem TV auch als Bischof und Chef von „Pfarrer Braun“ bekannt - sorgt für große Trauer in Theater- und Filmwelt. Auch die Salzburger Festspiele gedenken ihres oftmals Mitwirkenden.

Rehberg war sehr geschätzter Charakterdarsteller und Star an Theatern im ganzen deutschsprachigen Raum. Er wirkte auch in vielen Fernseh- und Kinofilmen mit - oft in Hauptrollen.

Hans-Michael Rehberg tot
wikipedia.org / CC BY-SA 3.0 / Ralf Roletschek
Rehberg im Jahr 2011

„Seit seinem ersten Auftritt als Cassius in Peter Steins `Julius Caesar` im Jahre 1992 ist er 166 Mal auf den Bühnen der Salzburger Festspiele gestanden. Er gehörte zu den großen deutschen Schauspielkünstlern seiner Generation. Das Theater war sein Leben. Er verstand es, jeder Figur Leben zu geben“, heißt es von den Salzburger Festspielen in einer Aussendung:

„Rehberg suchte sich seit Jahrzehnten als in jeder Beziehung freier Schauspieler die Orte, wo seine Kunst gefragt war. Glücklicherweise war das oft auch in Salzburg. Sein letzter Auftritt war als gealterter `Romeo` in einer berührenden Lesung von ‚Ein zartes Ding‘ von Ben Power (Pfingsten 2016, Anm.).“

Chef von Pfarrer Braun in TV-Serie

Schon mit 25 wurde Rehberg am Bayerischen Staatsschauspiel Mitglied des Ensembles und mit 30 hatte er die Nominierung zum Bayerischen Staatsschauspieler in der Tasche. Dann kam seine Zeit als Regisseur am Münchner Residenztheater und am Hamburger Schauspielhaus, wo er auch als Darsteller arbeitete.

Ab 2003 spielte er den Bischof Hemmelrath in der ARD-Reihe Pfarrer Braun. 2004 war er in der erfolgreichen Kinokomödie (T)Raumschiff Surprise als Rogul zu sehen. Mit „Der Totmacher“, „Schindlers Liste“ oder „Die Manns“ hatte er Erfolge im ernsten Fach.

Theaterlaufbahn

Sein Weg führte über die Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach, Burgtheater Wien, Thalia Theater Hamburg, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Freie Volksbühne Berlin, Schauspielhaus Zürich, Kammerspiele München, Residenztheater München, Münchner Volkstheater, Württembergisches Staatstheater Stuttgart und die Salzburger Festspiele.

Regisseure, mit denen er arbeitete: Heinz Hilpert, Karl-Heinz Stroux, Axel von Ambesser, Peter Zadek, Ingmar Bergman, Franz Xaver Kroetz, Dieter Giesing, Michael Haneke, Luc Bondy, Hans Lietzau, Peter Stein, Claus Peymann und Andrea Breth.

„Wir werden ihn vermissen“

Auch beim Wiener Burgtheater herrscht große Trauer: „Jede seiner 15 Rollen, die er am Burgtheater in den Jahren 1984 bis 2014 gespielt hat, hinterließ bei uns und dem Publikum tiefe und nachhaltige Eindrücke“, sagt Direktorin Karin Bergmann:

„Besonders verband ihn in Wien die Arbeit mit Andrea Breth. Jeder Auftritt ein Ereignis, jede Rolle groß wie der Rudolfo in ‚Quai West‘ von Koltès oder Obrist Kottwitz in Kleists ‚Prinz Friedrich von Homburg‘, manchmal auch sehr humorvoll wie seine verschiedenen Rollen in ‚Zwischenfälle‘ nach Courteline, Charms, Cami. Sein letzter Auftritt als Geist von Hamlets Vaters fand am 6. Jänner 2015 statt. Wir werden ihn vermissen“ - mehr über Rehberg, sein Lebenswerk und seinen Tod in news.ORF.at (9.11.2017)

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