Große Nachfrage bei Weidegänsen

Viele wollen zum Martinsfest lieber eine Weidegans auf dem Tisch haben - statt einer Mastgans aus Osteuropa. Das zeigt die Nachfrage in Salzburg, die das Angebot weit übersteigt.

Die Nachfrage nach Bio-Weidegänsen ist in Salzburg kaum abzudecken. Vielen Kunden muss abgesagt werden. Zwölf Bauern und eine landwirtschaftliche Schule haben rund 1.200 solcher Gänse artgerecht großgezogen. Sie sind nun restlos ausverkauft, schildert Bäuerin Ulrike Gangl.

Gans Gänse Martini Martinigansl Martinigans Gänsemarsch
Gerald Lehner
Vor dem Stall bei der Heimkehr von der Weide (hinten) - bei einem Bauernhof in Elsbethen (Flachgau)

Weidegänse werden vom Gras auf ihrer Weide und etwas biologischem Hafer dick und rund. Sie verbringen den Sommer auf der Weide - im Gegensatz zu Artgenossen aus Massentierhaltungen und Mastbetrieben. „Die genauen Haltungsbedingungen sind in Polen und Ungarn auch unterschiedlich. Was ich auf jeden Fall weiß - sie haben keine Weide. Manche werden in zehn Wochen auf das Gewicht gemästet,“ schildert Gangl.

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Gerald Lehner

Hoher Preis und hohe Anforderungen

Das allerdings schlägt sich auch im Preis nieder, denn ein Kilo konventionelle Tiefkühlgans kostet rund drei Euro. Ein Kilo Bio-Weidegans kann bis zu 18 Euro kosten, also sechs Mal soviel. Man könnte meinen, dass das ein lukratives Geschäft sei. Die Anforderungen an die Haltung sind aber hoch, sagt die Bäuerin.

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Biobauern könnten wesentlich mehr Weidegänse verkaufen. Allerdings wäre eine Art Massentierhaltung ein Weg in die Gegenrichtung.

„Gänse brauchen eine große Weide. Für hundert Stück braucht man über einen Hektor Grund. Die Möglichkeit hat nicht jeder. Außerdem soll man außerhalb von Wohnhäusern liegen - weil doch die Lärmbelästigung Probleme machen könnte“, so Gangl.

Bedarf kann nicht gedeckt werden

Der Bedarf rund um das Martinsfest wäre ohne Importe aus Osteuropa aber nicht abzudecken. Drei Viertel aller Martinigansln kommen aus dem Ausland - mehr dazu in: Nur ein Viertel der Martinigänse aus Österreich (help.ORF.at; 4.11.2017)

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