Sturm fegte auch über Salzburg

Sturmtief Herwart hat, wie angekündigt, seit Sonntagvormittag mit heftigen Böen über den Norden des Bundeslandes Salzburg gefegt. Feuerwehrleute waren seit sieben Uhr früh im Einsatz, hauptsächlich um umgestürzte Bäume zu beseitigen.

Gegen Sonntagmittag waren rund 1.000 Feuerwehrleute von 40 Feuerwehren im Sturmeinsatz. Sie beseitigen alle Schäden, die nach den Böen anfallen. Begonnen hatte es gegen sieben Uhr früh vor allem im Flachgau, mittlerweile seien aber Schäden im Süden des Landes gemeldet worden, sagt Landesfeuerwehrkommandant Leo Winter.

Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer

„Es gibt umgestürzte Bäume, etwa 15 abgedeckte Dächer. Zudem bestand die Gefahr, dass Bäume in Stromleitungen stürzen oder Baukräne umstürzen. Wir haben die gesamte Bandbreite, nach unserem Wissensstand derzeit aber noch keine Verletzungen.“ Auch die Stromversorgung war beeinträchtigt, vorübergehend waren bis zu 3.000 Haushalte waren Sonntagmittag laut Salzburg AG ohne Strom - von Adnet über Abtenau, Hallein, Vigaun, Golling, Großgmain und andere Flachgauer Gemeinden sowie auch mehrere Gemeinden in den Gebirgsgauen.

In Bad Hofgastein waren die Feuerwehrleute am frühen Nachmittag kurzfristig an gleich 13 verschiedenen Stellen im Einsatz - abgeknickte Äste, umgestürzte Bäume, teils abgedeckte Dächer, unterbrochene Stromleitungen, umgestürzte Plakatwände und Baustellenabsicherungen. In Salzburg Leopoldskron beschädigte ein Baum ein geparktes Auto. Auf dem gesperrten Kommunalfriedhof knickten drei Bäume um.

Auch den Wasserrettern bescherte der Sturm Einsätze. Auf dem Wallersee ist gegen Mittag ein Kite-Surfer im Kampf gegen Sturm und Wellen in Gefahr geraten. Helfer zweier Rettungsboote wollten ihm zu Hilfe eilen, der Surfer konnte sich aber selbst ans Ufer retten. Auf dem Mattsee musste die Wasserrettung bei Sturmgeschwindigkeit von 120 km/h ein unbesetztes Segelboot vor dem Kentern retten.

Auch Flugverkehr war beeinträchtigt

Selbst der Betrieb auf dem Flughafen ist vom Sturm beeinträchtigt. Schon am Vormittag fegte der Wind mit 95 Kilometern pro Stunde über die Landebahnen auf dem Flughafen. Bei derart starken Böen ist für die Piloten eine Landung nicht leicht und manchmal zu gefährlich. Eine Maschine der polnischen „Enter Air“ konnte wegen des starken Sturms nicht landen - der Pilot musste in letzter Sekunde neu durchstarten und nach Frankfurt (Deutschland) zurückfliegen - mehr dazu in Sturm vereitelt Landung eines Flugzeuges (salzburg.ORF.at; 29.10.2017)

Piloten müssen abwägen und spontan entscheiden

In solchen Situationen müssen die Piloten in Windeseile entscheiden, ob sie eine Landung verantworten können, oder über dem Flughafen auf weniger Wind warten oder zu einem anderen Flughafen ausweichen, schildert der Pressesprecher des Salzburger Flughafens, Alexander Klaus. Bis Sonntagnachmittag mussten sechs Flüge umgeleitet und zwei sogar komplett gestrichen werden.

„Die Maschine aus Hurghada hatte beispielsweise zwar etwas Verspätung, konnte aber landen. Die Maschine aus Frankfurt wurde hingegen nach Graz umgeleitet, eine Maschine aus England wurde nach Linz umgeleitet, jene aus London konnte hingegen landen. Die Maschine aus Hamburg wurde nach München umgeleitet. Man sieht also, die Situation ist je nach Stärke der Sturmböen sehr unterschiedlich. Die Letztentscheidung liegt beim jeweiligen Piloten.“

Autobahn Salzburg München war gesperrt

Auch die Liste von gesperrten Straßen war Sonntagmittag lang. Oft dauerten sie nicht lange, manchmal hingegen über Stunden. So waren die B 159 beim Kreisverkehrs Maximarkt gesperrt, die B 156 zwischen Bergheim und Anthering sowie die Großgmainer Landesstraße zwischen Autobahnunterführung und dem Ort. Auch die Verbindung Salzburg-München war bis etwa 15 Uhr gesperrt. Auch dort waren umgestürzte Bäume oder Bäume, die umszustürzen drohten, die Ursache.

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