Wildbachverbauung schützt Ortszentrum Unken

Oberhalb der Gemeinde Unken (Pinzgau) sorgt erstmals eine Wildbachsperre dafür, dass die Gemeinde nicht länger durch Muren und Verklausungen bedroht ist. Denn zigtausend Tonnen lockeres Kalkgestein hängen über der Gemeinde.

Seit Jahrzehnten verschwindet der Kirchbach oberhalb von Unken in einem Rohr und fließt unsichtbar durch das Zentrum der Gemeinde. Dass von den Hängen oberhalb des Kirchbachgrabens eine große Gefahr ausgeht, war den Einheimischen kaum bewusst, schilderte Gebhard Neumayr, Chef der Pinzgauer Wildbach- und Lawinenverbauung.

Wildbachverbauung Unken
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Die Wildbachverbauung soll das Unkener Ortszentrum schützen

„Wir sind im Bereich der nördlichen Kalkalpen, haben vorgelagert sehr weiche, witterunsanfällige Gesteine. Da ist es zum Abgang einer sehr großen Rutschung gekommen unmittelbar oberhalb der letzten Wohngebäude. Bei starken Gewittern steigt der Bach rasch an und kann eine Wassermenge bis zu 17 Kubikmeter pro Sekunde erreichen“, sagte Neumayr. Ohne Wildbachsperre wäre ein Schutz der Gemeinde und der Siedlung nicht möglich.

Gemeinde entkam „knapp der Katastrophe“

Die Gemeinde ist mehrmals nur knapp der Katastrophe entronnen, sagte Bürgermeister Hubert Lohfeyer (ÖVP). „Im Jahr 1977, 2000 und zuletzt 2013 beim Hochwasser haben wir ständig einen Bagger stationiert, der das Einlaufbauwerk ständig freigehalten hat.“ Nur so konnte das Ortszentrum geschützt werden.

Wildbachverbauung Unken
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Der Kirchbach steigt bei Unwettern relativ rasch an

Schutz für 400 Einwohner

Das Schutzbauwerk kostet 550.000 Euro. 54 Prozent übernimmt der Bund, das Land 13,5 Prozent und die eigens gegründete Kirchbach-Genossenschaft der Gemeinde übernimmt 32,5 Prozent der Kosten. Weil auch die Grundbesitzer mitspielten, wurden mehr als 400 Lastwagenfahrten gespart und der Aushub direkt neben der Baustelle gelagert.

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Wildbachsperre schützt Unken vor Muren

Die massive Sperre hält dem Druck durch Muren von 18 Tonnen pro Quadratmeter locker stand.

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