Heeresflieger trainieren Feuerwehren

Entscheidend bei Naturkatastrophen ist das Zusammenspiel der Einsatzkräfte auf dem Boden und in der Luft. Bei Adnet (Tennengau) haben Piloten, Techniker und Flugretter des Bundesheeres mit ehrenamtlichen Spezialisten der Feuerwehren trainiert.

Bundesheer Feuerwehren Flughelfer Hubschrauber
ORF / Gerald Lehner
Einweisung für Übungen mit einem Bell Agusta 212 Heereshubschrauber

Auch Feuerwehrtaucher kamen zum Einsatz bei schwierigen Bedingungen und immer wieder dichtem Schneetreiben. Sie übten im unteren Stausee im Wiestal unweit der Bezirksstadt Hallein. Hier sprangen sie in isolierenden Anzügen aus einem Bell Augusta 212 Transporthubschrauber des Bundesheeres in die Fluten.

„Auf des Messers Schneide“

Einsatzleiter der Halleiner Froschmänner ist der junge Spezialist Reinhard Lenz: „Wir haben schon Aufgaben gehabt, wo alles auf Messers Schneide stand. Deshalb machen wir solche Übungen. Dass man direkt vom Feuerwehrhaus abgeholt wird, dort in den Hubschrauber einsteigen kann und in ein paar Minuten beim Einsatzort ist. Aus der Sicht der zu rettenden Personen, die ums Überleben kämpfen, ist das sehr wichtig.“

Besatzung des Helikopters: Vizeleutnant Wolfgang Hontsch, Offizier-Stellv. Mario Schiefermair (Piloten). Bordtechniker: Oberstabswachtmeister Christof Anzinger, Vizeleutnant Alfred Safratmüller

Ehrenamtler professionell gefordert

Salzburgs ehrenamtliche Feuerwehren bilden für die Arbeit mit hauptberuflichen Heeresfliegern, Flugpolizei und Piloten von Rettungshubschraubern eigene Spezialisten aus, schildert der Tennengauer Teamleiter und Feuerwehrmann Markus Kronreif aus Abtenau: „Man muss körperlich topfit sein und eine mehrjährige Ausbildung absolvieren, damit man allen Belastungen gewachsen ist. Die Arbeit am Tau beim Hubschrauber kann doch eher stressig sein. Man muss sich seiner Sache sehr sicher sein, darf keine Fehler machen.“

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Peter Schinnerl gehört als Oberst zum Stab im Kommando der Luftstreitkräfte, deren Bundeszentrale neuerdings in Salzburg stationiert ist. Er ist neben dieser Funktion noch immer als Flugretter und Ausbildner im Dienst: „Wir können uns bei der Zusammenarbeit mit dem Flugdienst der Feuerwehren bestens darauf verlassen, dass die Landeplätze bei unseren gemeinsamen Einsätzen sicher und frei sind.“

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Fit für Katastropheneinsätze

ORF-Redakteur Gerald Lehner berichtet von dieser Übung. Kamera: Michael Kittel. Helmkamera bei den Tauchern: Erich Brunner.

„Nicht aus offenen Helikoptertüren fallen“

Die Arbeit mit Hubschraubern birgt eine Vielzahl von Gefahren - besonders in stressigen Krisensituationen. Man dürfe den Rotoren keinesfalls zu nahe kommen, sagt Schinnerl. Es müsse auf dem Boden immer im Sichtfeld der Piloten agiert werden, und man dürfe sich einem Hubschrauber mit laufenden Rotoren nie von hinten nähern. An Bord gibt es eigene Regeln: „Im Flug müssen ohnehin alle gesichert sein. Der Hubschrauber kann durch Turbulenzen unvorhersehbare Bewegungen machen. Wenn Passagiere hin und her geworfen werden, gefährdet das nicht nur sie selbst, sondern die Stabilität der ganzen Maschine: "Oft muss bei Einsätzen auch mit offenen Türen geflogen werden. Es könnte jemand im steilen Kurvenflug aus der Maschine fallen. Bei Bergungen mit dem Stahlseil und der Seilwinde ist ebenfalls streng darauf zu achten, dass alle Akteure zu jedem Zeitpunkt gesichert sind.“

Großübung für 19. Mai geplant

Auch der Gastgeber bei diesem Kurs im Tennengau ist zufrieden. Bürgermeister Wolfgang Auer (ÖVP) ist selbst ehrenamtlicher Feuerwehrmann: „Ich war früher selbst Flughelfer bei uns. Wie sich das System entwickelt hat, das ist sehr beeindruckend. Dazu kommt die gute Arbeit mit dem Bundesheer, mit dem es ja jetzt wieder aufwärts geht.“

Am 19. Mai ist in Adnet eine der größten Übungen von Einsatzkräften geplant, die im bundesweiten Katastrophenschutz jemals stattgefunden haben. Mit mehr als einem Dutzend Hubschraubern werden 200 Zivilisten bzw. Statisten aus fiktiven Fluten gerettet. Das ist die Annahme.

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