IT-Branche kritisiert Beschäftigungsbonus

Die heimische IT-Branche kritisiert den von der Bundesregierung geplanten Beschäftigungsbonus. Der Jobbonus soll die Wirtschaft ankurbeln und heimische Arbeitskräfte fördern. Für die Branche ist dieser unbrauchbar.

Der Beschäftigungsbonus hätte nach derzeitigem Stand zur Folge, dass ein Arbeitgeber für jeden zusätzlich eingestellten heimischen Mitarbeiter nur die Hälfte der Lohnnebenkosten zahlen muss. Ein Unternehmer würde sich so laut ÖVP-Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner für einen zusätzlichen Beschäftigten 4.000 Euro pro Jahr sparen.

Kritik von IT-Branche: Bonus nur für Inländer

Voraussetzung für den Jobbonus ist allerdings, dass der neu eingestellte Mitarbeiter zuvor entweder in Österreich arbeitslos gemeldet war, seinen Job wechselt, eine Ausbildung in Österreich absolviert hat oder die Rot-Weiß-Rot-Karte vorweisen kann, die für qualifizierte Zuwanderer gilt.

Bei der Rot-Weiß-Rot-Karte würden aber nach den derzeitig geltenden Kriterien beispielsweise Bachelor-Absolventen aus dem Ausland nicht in Frage kommen, kritisierte Hans-Jörg Weitgasser, Sprecher der IT-Unternehmer in der Salzburger Wirtschaftskammer. Heimische IT-Betriebe sind laut Weitgasser immer mehr auf Mitarbeiter aus der zweiten Fachkräfte-Ebene angewiesen und diese seien schon jetzt schwer zu finden. „Der Beschäftigungsbonus wird unsere gesamte Wirtschaft schwächen. Für uns bedeutet das, dass wir international verlieren werden, nicht nur weil IT-Betriebe ihre Produkte nicht nach außen verkaufen können, sondern weil auch die regionale Wirtschaft nicht ausreichend mit IT-Personal auf die Digitalisierung mit konkreten Projekten unterstützt werden kann“, warnte Weitgasser.

Die Salzburger IT-Branche fordert, dass der Bonus entweder auch für Ausländer gilt oder zumindest die Kriterien für den Erhalt der Rot-Weiß-Rot-Karte geändert werden.

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