Smartphones, Tablets für Volksschüler?

Ist die Beherrschung von Smartphone, Tablet oder Computer heute schon gleich wichtig wie Rechnen, Schreiben oder Lesen?Bildungsministerin Hammerschmid hat ein Fach „Digitale Kompetenz“ schon ab der Volksschule vorgeschlagen.

Ein „Salzburg heute“-Team hat sich dazu in Salzburg-Herrnau in der Praxis-Neuen Mittelschule der Pädagogischen Hochschule umgehört. Ein eigenes Handy oder Tablet hat dort inzwischen jeder. Ein Experte der Fachhochschule Salzburg machte die Drittklassler in Salzburg-Herrnau am Montag in einem Computer-Kurs damit vertraut. Denn noch wissen die 13-Jährigen mit ihren digitalen Schätzchen nicht allzu viel anzufangen.

Digitale Kompetenzen
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Begriffe wie You Tube oder Instagram sind ihnen zwar vertraut - digitalen Gefahren wie Viren, Gewaltvideos, Datenklau oder Cyber-Mobbing haben sie allerdings noch nicht viel entgegenzusetzen, bestätigt der Direktor der Praxis-NMS Herrnau, Josef Wimmer. „Wir müssen das vermitteln. Ich denke, gerade eine Pflichtschule hat die Aufgabe, sich auch mit neuen Medien zu beschäftigen. Das Elternhaus reicht da oft nicht, weil auch die Eltern diese Kompetenz nicht haben.“

„Verantwortungsvollen Umgang vermitteln“

So kann etwa ein harmloser Schnappschuss, der sorglos ins Netz gestellt wird, später, beispielsweise bei einer Bewerbung, schnell peinlich werden. „Den Schülern bereitet der Umgang mit diesen neuen Medien keine Probleme. Allerdings sind sie dabei sehr unbekümmert und man muss sie manchmal auf den Boden holen und darauf aufmerksam machen, was mit Dingen passiert, die sie sorglos auf eine Seite im Netz stellen“, schildert Florian Geier, Informatiklehrer an der Praxis-NMS Herrnau.

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Kinder sollen den verantwortungsvollen Umgang mit neuen Medien lernen

Manche seien bei digitalen Medien bereits sehr gut und fit, betont Thomas Harald Schmuck von der Fachhochschule Salzburg. „Andere sind im besten Fall Anwender und machen sich wenig Gedanken darüber, was sie da gerade machen und welche Auswirkungen das haben kann. Hier geht es darum, den jungen Leuten mögliche Folgen ihres Handelns bewusst zu machen.“ Schon mit etwas digitalem Wissen lässt sich weit mehr als nur das Handy flottmachen und etwa ein kleiner Roboter programmieren. Das richtige Werkzeug dazu haben die Schüler schon griffbereit.

Landesschulratspräsident: „IT-Kompetenz wichtig“

Es sei sehr wichtig, IT-Kompetenzen an Salzburgs Schulen zu stärken, betont auch Landesschulratspräsident Johannes Plötzeneder. „Das ist ein Thema, das nicht nur die Jugend angeht, sondern die gesamte Gesellschaft. Grundsätzlich haben die jungen Leute hier durchaus Grundkompetenzen und sind im Umgang mit digitalen Medien oft viel vertrauter als wir Erwachsene. Dennoch ist es vor allem notwendig, auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit diesen Medien hinzuweisen. Da geht es um Gefahren und im Extremfall vielleicht sogar um Süchte.“

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Ein neues Fach einzuführen, sei allerdings eine große Aufgabe, betont Plötzeneder. „Ich glaube aber, dass wir hier fächerübergreifend schon sehr gut unterwegs sind. Wir denken zum Beispiel auch daran, in jedem Bezirk an einer Neuen Mittelschule einen IT-Schwerpunkt einzuführen oder auch an der HTL im Pongau verstärkt IT zu unterrichten.“

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