Pensionen durch „Babyboomer“ unter Druck

Das Pensionssystem gerät laut Experten bald unter Druck. Die ersten Jahrgänge der so genannten Babyboomer – geboren zwischen 1956 und 1970 - gehen in den Ruhestand. Das sei eine große Herausforderung für Gesundheitssystem, Pflege und Arbeitsmarkt.

Leere Geldtasche Pensionist
Fotolia / Gina Sanders
Ein langes Arbeitsleben lang viel eingezahlt: Wie viel wird noch herauskommen?

Gernot Philipp von der Salzburger Landesstatistik hat den Überblick über die genauen Zahlen im Bundesland Salzburg: „ Derzeit gibt es rund 31.000 Personen zwischen 60 und 65 Jahren. Das sind um ca. 10.000 mehr als noch vor zehn oder 15 Jahren. Bis 2025 wird sich das noch einmal um 10.000 erhöhen. „

Von 14 auf 22 Jahre Bezugsdauer

Auch die Bezugsdauer von Pensionen ist in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. 1970 lag sie im Durchschnitt bei 14 Jahren, bei 22 Jahren im Jahr 2015.

Große Herausforderungen sieht man beim Land Salzburg in Zukunft bei der Pflege von alten Menschen, sagt Soziallandesrat Heinrich Schellhorn (Grüne): „Wir geben fast die Hälfte unseres Sozialbudgets beim Land für die Pflege in den Seniorenwohnhäusern und für die mobile Pflege zu Hause aus. Diese Kosten werden steigen, weil die Gesellschaft insgesamt weiter altert. „

Konzern Liebherr sorgt schon lange vor

Überraschend kommt die Pensionierungswelle der Babyboomer nicht. Seit Jahren ist davon schon die Rede. Beim Maschinenbaukonzern Liebherr in Bischofshofen achtet man schon länger darauf, dass die Altersgruppen im Betrieb etwa gleich verteilt sind, sagt Geschäftsführer Manfred Santner: „Wir haben jährlich eine Pensionierungsrate von einem oder zwei Prozent. Den fehlenden Nachwuchs bilden wir selbst aus.“

ASVG-Pensionen: Zweifel, Optimismus?

Vorkehrungen hat auch der Österreichs Politik getroffen. Das reale Antrittsalter bei Pensionen steigt nach vielen Jahren mit vielen Frühpensionen nun an. Ob die ASVG-Pensionen später einmal zum Leben reichen werden, das fragen sich viele Einzahler schon lange. Immer mehr zweifeln daran, spätestens seit vor Jahren von einer früheren Bundesregierung bzw. vom Nationalrat beschlossen wurde, die früher voll angerechneten Ausbildungszeiten nicht mehr bei der Bemessung einzubeziehen.

Gerhard Singer aus der Stadt Salzburg sagt, er werde mit dem Geld auskommen, das er als Pension bekommen wird. Und Theresa Herzog aus Oberhofen am Irrsee betont, sie werde noch selbst vorsorgen: „Aber unsere Generation wird eh ziemlich lang arbeiten müssen.“

Ende 2034 geht der letzte Babyboomer in Pension. In Salzburg werden dann ca. 150.000 Menschen mehr als 65 Jahre alt sein.

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Sind Sie auch ein Babyboomer?

ORF-Redakteurin Christine Frenkenberger hat sich die Statistik mit Fachleuten näher angesehen.

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