Operation soll gegen Migräne helfen

Für Migränepatienten gibt es jetzt Hoffnung durch eine neue Operationsart aus den USA. Die Methode, die bei bestimmten Formen der Migräne Linderung verspricht, soll beim Spital der Barmherzigen Brüder in Salzburg angewandt werden.

Etwa zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter Migräne, Frauen doppelt so häufig wie Männer. Eine von ihnen ist Ulrike Nowak aus Kärnten. Sie leidet seit 35 Jahren an Migräne, seit rund zehn Jahren hat sie die heftigen Kopfschmerzattacken mehrmals wöchentlich: „Momentan bin ich so beeinträchtigt, dass ich der Arbeit nicht nachgehen kann. Ich war im Krankenstand, bin jetzt arbeitssuchend. Zurzeit ist es gar nicht möglich, dass ich wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werde, weil ich zwei bis drei Mal die Woche Kopfschmerzen haben.“

Üblicherweise können Medikamente die Schmerzen lindern. Doch bei Nowak wirken die Tabletten nicht: „Ich habe schon Unmengen von Medikamenten eingenommen - von Antidepressiva über alle möglichen Schmerzmittel hin zu Alternativmedizin, Kinesiologie bis zum Wunderheiler. Ich war schon überall.“

Migränepatienten bei Untersuchung
ORF

Eingezwängte Nerven werden freigelegt

Patienten wie Ulrike Nowak sind die Zielgruppe der neuen Therapie: „Bei der Untersuchung dieser Patienten haben wir herausgefunden, dass Nerven entweder an der Stirn, im Schläfen- oder im Nackenbereich durch Blutgefäße oder Muskeln eingezwängt sind“, sagt William Gerald Austen von der Harvard Medical School in Boston. „Durch die Operation kann 80 bis 90 Prozent dieser Patienten geholfen werden.“

Die eingezwängten Nerven sollen - vereinfacht gesagt - freigelegt werden. Dafür geeignete Patienten werden nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren selektiert, schildert Elisabeth Russe, Chirurgin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg: „Nur wenn es so ist, das der Patient punktgenau zeigen kann, wo die Migräne anfängt, dann kommen wir eigentlich ins Spiel, weil wir nur diese Nerven operieren können und die anderen nicht.“

Erste Operation in Salzburg im Juni geplant

Erfahrungsberichte aus den USA belegen eine gute Erfolgsquote: Bei 80 Prozent der Patienten bringt die Operation eine deutliche Linderung, ein Drittel wird sogar schmerzfrei: „Das hat mir wieder große Hoffnung gegeben, dass ich vielleicht wieder nicht ganz schmerzfrei werden, aber es vielleicht 50 Prozent weniger wird. Das wäre natürlich schon toll. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das jetzt helfen wird.“

Im Juni soll die erste Migäne-Operation in Salzburg erfolgen, Ulrike Nowak wird möglicherweise die erste Patientin dafür sein.

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