Wildschweine „versauen“ Alpen

Der Klimawandel begünstigt eine starke Verbreitung von Wildschweinen im Alpenraum. Darauf wiesen Experten bei einer Tagung in Salzburg hin. Forstwirtschafter sprechen gar von einer problematischen „Versauung“ des Alpenraums.

Bei der Tagung des „Wildökologischen Forums Alpenraum“ forderten die Experten Konzepte zur Bewältigung der aktuellen Situation. Denn Eichen oder Buchen produzieren bei warmen Temperaturen reichlich Samen. Durch die Klimaerwärmung werfen sie immer Eicheln beziehungsweise Bucheckern ab, und das kommt den Wildschweinen entgegen. Sie können sich bestens ernähren und vermehren und dringen immer stärker in den Alpenraum vor.

Wildschweine
dpa/David Ebener
Wildschweine fühlen sich im Alpenraum immer wohler

Verdreifachter Gesamtzuwachs

Der Zuwachs einer Wildschweinpopulation von Frühjahr bis Herbst kann das Dreifache des Gesamtbestandes betragen. Die Folge sind oft Schäden am Wald oder in der Landwirtschaft. Eine Lösung für das Problem könne nicht den Jägern überlassen werden, sagt Felix Montecuccoli von der Plattform „Wildökologisches Forum Alpenraum“.

Naturschutz und Tourismusverbände sollten nicht nur ein Mitspracherecht, sondern auch ein Mitentscheidungsrecht bekommen. Bisher ist das Schwarzwild - wie die Wildschweine genannt werden - nicht in den Konzepten für den Alpenraum berücksichtigt worden.

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