Stress: Gesundheitsprogramm für Landwirte
Es gibt in Salzburg schon mehr Nebenerwerbs- als Vollerwerbsbauern. Zwei Berufe: Das bedeutet Druck und Stress. Um ihn abzubauen, lädt die Beratungsstelle „Lebensqualität Bauernhof“ auch zum gemeinsamen Wandern ein - zum Beispiel auf die Loosbühel-Alm bei Großarl.

Seit der Wetterbesserung am Freitag sind im ganzen Land die Traktoren, Mähwerke und Heuwender im Einsatz, solange der Tag hell ist. Im steilen Gelände greifen die Bauern wie in alten Zeiten auf Sense und Rechen zurück. Die Landwirte nützen jeden Tag, um die Heuernte einzubringen. In regenreichen Jahren wie heuer steigt der Zeitdruck noch zusätzlich.
Bäuerliches Einkommen allein reicht oft nicht
Auch zur Erntezeit kann oft nur eine Arbeitskraft Hand anlegen, sagt Landesbäuerin Elisabeth Hölzl: „Gerade in Salzburg haben wir besonders viele Nebenerwerbsbauern, weil das Einkommen aus der Landwirtschaft nicht mehr ausreichend ist. Der Mann geht in den Nebenerwerb, und die Bäuerin schaut, dass sie zu Hause noch irgendeinen Zuerwerb macht.“
Diesen Doppelbelastungen will die Organisation „Lebensqualität Bauernhof“ entgegenwirken - mit Wanderungen nach dem Motto „Wer sich bewegt, kommt in Bewegung“.
Beim Wandern zu sich selbst kommen
Das Gehen ordnet die Gedanken, öffnet das Herz, lockert die Zunge und lässt Wanderer ins Reden kommen. Auch wer niemanden kennt, findet beim Gehen neue Gesprächpartner, sagt der Franzenbauer Matthias Lang aus Hallein: "
Die Organisatoren haben für ihre Initiative den ärztlichen Leiter der Christian-Doppler-Klinik gewonnen. Reinhold Fartacek betont, aus der Forschung wisse man, dass Bewegung für das Gesundbleiben eine sehr wichtige Säule sei: „Deshalb unterstütze ich diese Initiative. Sie ist nicht nur sinnvoll sondern enorm wichtig.“
Viele Bauern seien zur Einsicht gelangt, dass sie sich stärker um ihre Gesundheit kümmern müssen, sagen die Organisatoren. Die Wanderungen werden auch in Zukunft angeboten.

