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Viele Operationen „unnötig“

Viele chirurgische Eingriffe seien unnötig und dienten lediglich dem Gewinn von Spitälern und Ärzten. Vor allem in Deutschland und Österreich werde viel zu rasch operiert, lautete die Kritik beim European Health Forum Gastein (Pongau).

Zum 14. Mal wird der gesundheitsheitspolitische Kongress in Bad Hofgastein abgehalten - mit mehr als 600 Teilnehmern. Und in einem Punkt waren sich alle einig: Vor allem in Industrieländern seien unnötige medizinische Eingriffe ein immer dringlicheres Problem. Bei Beschwerden mit den Bandscheiben, einem kaputten Kniegelenk oder einer schmerzenden Hüfte lande man vor allem in Deutschland und Österreich viel zu rasch auf dem Operationstisch.

„Bei den Hüftgelenksoperationen werden in Deutschland bei 289 Operationen pro 100.000 Einwohner durchgeführt, in Österreich bei 243 pro 100.000 und in Polen bei 39 und in Zypern bei 15“, betont Günther Leiner, Präsident des Gesundheitsforums Gastein. „Das ist eine große Spanne und es kann mir keiner sagen, dass das nur eine medizinische Frage ist und dass die schlechter sind. Das stimmt ja nicht. Die Polen haben eine hervorragende Medizin, sind wahnsinnig gute Operateure. Es muss also wahrscheinlich was anderes dahinterstecken - und in den meisten Fällen ist das schon die Ökonomie“, so Leiner.

Operation im OP-Saal
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Operation

Abkassieren bei Privatpatienten

Vor allem Privatpatienten seien gefährdet, unnötig oder zumindest zu früh operiert zu werden: „Man kann mit einem Gelenk noch lange laufen, ohne dass man es erneuert“, sagt Helmut Hahn, Arzt in der Charite-Klinik Berlin, „und man kann auf der anderen Seite dem Patienten sagen: ‚Du musst ein neues Gelenk haben‘ und damit seinem Gewinnstreben folgen“.

Vielfach könnten Beschwerden ohne chirurgischen Eingriff gelindert werden, etwa durch Physiotherapie: „Man kann teilweise Operationen ganz weglassen“, sagt Leiner, „aber man kann sie auch hinausschieben, dass man nicht so schnell operieren muss. Jede Operation ist ein Eingriff und bedeutet eigentlich eine zusätzliche Gefahr für den Patienten“.

Daher der Rat des kritischen Mediziners: Bevor man sich zu einer Operation entscheidet, sollte man in jedem Fall eine ärztliche Zweitmeinung einholen.

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